Zum Artikel „Großer Landverbrauch und steigende Preise“, auf Seite 16 Straubing-Bogen, vom Mittwoch 27. Mai 2020.
Man kann sicherlich streiten, ob die Stromtrasse „Süd-Ost-Link“ genau hier verlaufen muss oder wo anderes, man kann auch streiten ob die Stromtrasse unter der Erde oder als Freileitung verlegt wird, aber ob man sie überhaupt braucht, darüber bräuchte man eigentlich nicht streiten, denn es sind sich ziemlich alle Netz-Experten einig, sie ist für die Energiewende unverzichtbar.
Bis 2050 wird sich der Stromverbrauch mindestens verdoppeln. Im Sommer gibt es mehr Solarstrom, im Winter mehr Windstrom. Das ideale Verhältnis zwischen Wind- und Solarstrom liegt bei 2/3 zu 1/3 neben Wasser- und Biomassestrom. Mit diesem Verhältnis braucht man die wenigsten Speicher, hat die geringsten Umwandlungsverluste und ist mit Abstand das Sicherste und Günstigste. Um dieses Verhältnis in Bayern zu bekommen, bräuchten wir über 8.000 Windkraftanlagen. Derzeit hat man 1.200, die CSU möchte 100, die FW 300 dazu bauen und bis dahin die Alten abbauen. Auch wenn wir 5.000 dazu bauen, brauchen wir die Stromleitungen. Die Vorstellung, jeder könnte seinen Solarstrom selber erzeugen und in den Winter hinein speichern, ist absolut eine Wunschvorstellung und in der Praxis nicht nachvollziehbar, auch nicht in 20 oder 30 Jahren. Es ist schlicht unverantwortlich solche Thesen im Sinne der Energiewende zu vertreten. Um Wasserstoff mit Strom wirtschaftlich zu produzieren braucht man über 4.000 Volllaststunden. Mit einer Solaranlage kann ich vielleicht 600 Stunden abzweigen, mehr nicht. Deshalb wird Wasserstoff im Norden an der Küste mit Windstrom hergestellt. Den Strom über eine Stromleitung von Norden nach Süden zu transportieren kostet ca. 2 Cent/kWh. Mit Wasserstoff, Methanisierung und Rückverstromung wird unter den günstigsten Voraussetzungen mehr als das 10 fache kosten. Dazu kommt wegen dem schlechten Wirkungsgrad der enorme Rohstoffverbrauch, dieser ist wohl 20 Fach größer. Die Netzentgelte dürften je kWh nicht teurer werden, weil ja mehr Strom durch die Leitungen fließt. Wenn man also das Ganze neutral betrachtet, bleibt uns leider nichts anders übrig als die Stromleitungen zu akzeptieren, auch wenn es manchen weh tut.
Josef Gold, Kirchroth
GSW Gold SolarWind