Synthetischer Sprit ist teuer

Leserbrief zum Artikel „Gammelnde Ladesäulen und Nischenautos“ Seite 8 vom 06. August 2021.

In dem Artikel wird von den Freien Wählern, der CSU und der FDP bei der niederbayerischen Wirtschaft die Meinung vertreten, Autos (Verbrenner) haben in Zukunft eine Chance mit synthetischen Kraftstoffen, der mit erneuerbaren Strom erzeugt werden. Zu den Zahlen, um einen Liter diesen Sprit herzustellen, benötigt man 23 kWh Energie. Zum Vergleich, die Energie die gebraucht wird um 100 km mit synthetischem Kraftstoff zu fahren, kann ich ein Elektroauto (BEV) 800 km weit fahren. Die reinen Herstellungskosten (ohne Steuern und Abgaben) werden in Zukunft im günstigsten Fall 10-mal, im ungünstigsten Fall 15-mal höher sein, als die Energie fürs Elektroauto. Der Normalbürger kann sich das Fahren mit synthetischen Kraftsoffen nicht leisten. Synthetische Kraftstoffe sind auch in Zukunft knapp und teuer. Wir brauchen sie aber für den Flugverkehr und teilweise für den Schiffsverkehr, denn deren Vorteil liegt in der Energiedichte. Was hier bei der niederbayerischen Wirtschaft geäußert wird ist eine Verdummung der Menschen. Zum Glück ist unsere Autoindustrie schon weiter und die ersten Autohersteller steigen freiwillig aus dem Verbrenner aus, weil sie in Zukunft in China und Indien nicht mehr zu verkaufen sind. E-Autos zu fahren ist lt. ADAC jetzt schon günstiger als mit Benzin oder Diesel zu fahren. Wer also synthetischen Sprit für Autos fordert, sollte doch so ehrlich sein, im gleichen Absatz die Kosten und die Effizienz zu nennen.
Josef Gold, Kirchroth
ÖDP Kreisrat

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