Was ist die billigste Heizung?

Gastbeitrag von Josef Gold, ÖDP Kreisrat

Umlagen auf Wärmepumpenstrom fallen weg, Wärmepumpen sind billigste Heizung

Über 75 % der fast 40.000 Wohngebäude im Landkreis werden noch mit Öl oder Gas beheizt und müssen umgerüstet werden. Wärmepumpen sind hier eine Alternative. Strom für Wärmepumpen wird ab 1. Juli 2022 billiger, da die Umlagen (EEG-Umlage, KWK-Umlage, Offshore-Umlage etc.) auf Strom hier wegfallen. Bei Neubauten ist damit das Heizen mit einer Wärmepumpe mit Abstand die billigste Heizung. Wärmepumpenheizungen überholen in Deutschland 2021 erstmals bei neuen Wohngebäude die Erdgasheizungen und wurden in gut der Hälfte der Neubauten eingesetzt, aber immer noch zu wenig. Die derzeitige Erdgaskrise zwingt die Häuslebauer zum Umdenken. Was die Klimakrise nicht schafft, schafft nun die Erdgaskrise, so Gold.

Bundesregierung setzt auf Wärmepumpen

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Das bedeutet, bis dahin darf zumindest in Wohnhäuser, keine fossile Energie, also Öl oder Erdgas mehr verbrannt werden. Da Heizungen in der Regel eine Lebensdauer von 25 Jahren haben, sollte bei Neubauten keine fossile Heizung mit Öl oder Erdgas mehr verbaut werden.  Denn auch Erdgas ist klimaschädlich.  Aus diesem Grund entfallen beim  Strom für Wärmepumpen die Umlagen. Wärmepumpenstrom wird dadurch günstiger als normaler Haushaltsstrom.

Mit Öl oder Erdgas heizen ist teuer und klimaschädlich

Ein normales Neubau-Wohnhaus (EH 55)  verbraucht zum Heizen max. ca. 10.000 kWh Energie, wären ca. 1.000 Liter Heizöl. Eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl  4 (bedeutet, mit einer kWh Strom erzeugt man vier kWh Wärme) verbraucht hier 2.500 kWh Strom.  Bei einem Kilowattstunden Preis von 30 Cent, ergibt das Heizkosten von 750 Euro. Wird ein Teil des Stroms mit einer Photovoltaikanlage erzeugt, kommt man auf jährliche Heizkosten von 600 Euro. 1.000 Liter Heizöl kosten aktuell ca. 1.500 Euro, 1.000 Kubikmeter Erdgas kosten beim nächsten Winter ca. 1.700 Euro. Auch die laufenden Kosten sind bei einer Wärmepumpe günstiger. Man braucht keinen Kaminkehrer und die Wartungskosten sind geringer. Auch wenn die Wärmepumpe in der Anschaffung etwas teurer ist als eine Erdgasheizung, sind die Mehrkosten in wenigen Jahren wieder eingespart. Da der Strom 2030 lt. Bundesregierung zu 80 % und ab 2035 zu 100 % erneuerbar sein soll, ist damit die Wärmepumpe die umweltfreundlichste Heizung. Der  Heizungsstrom für  Wärmepumpen wird zwar auch ab 2023 teurer, dennoch bleibt eine Heizung mit Wärmepumpe  immer noch wesentlich günstiger. Strom steht in Deutschland genügend zur Verfügung. Deutschland hatte in den ersten 5 Monaten 2022 einen Exportüberschuss von 8 %, hauptsächlich nach Frankreich und Österreich. Um Flüssiggas von Katar in die Wohnungen zu bringen, werden für den Transport, das verflüssigen, also runterkühlen auf minus 162 Grad, das erwärmen in den Terminals mehr als 30 % des Energieinhalts des Erdgases benötigt. Bei Fracking-Gas ist es noch mehr. Allein mit diesem Energieaufwand kann man über eine Wärmepumpe die Wohnung heizen.

Öl und Gasheizungen  so schnell wie möglich umrüsten

 Die Versprechungen von Erdgasverkäufern, man könnte ja die Erdgasheizungen auf Wasserstoff umrüsten ist eine Luftnummer, so Josef Gold. Wasserstoff ist knapp und wird für andere Zwecke, wie Stahl-, Chemie- oder Glasindustrie benötigt. Da bleibt kein Wasserstoff zur Beheizung von Wohngebäuden übrig. Solchen Gedanken sollen die Verbraucher nur in die Irre führen um weiterhin teures Erdgas zu verheizen. Wirtschaftlich, wie auch fürs Klima ist es sinnvoll, auch ganz neue Erdgasheizungen auf Wärmepumpen umzurüsten. Neue Wohnhäuser haben meistens eine Flächenheizung (Fußbodenheizung etc.) und hier ist eine Wärmepumpe besonders effizient. Es ist also sinnvoll z.B. eine nur zwei Jahre alte Erdgasheizung auszutauschen. Aber auch bei Altgebäuden kann eine Wärmepumpe sinnvoll sein. Es kommt immer auf die benötigte Vorlauftemperatur an. Bekomme ich mit einer Vorlauftemperatur von bis zu 55 Grad meine Räume ausreichend warm, arbeitet eine Wärmepumpe effizient. Liegt bei einem Altbau die Vorlauftemperatur höher als 55 Grad, kann man mit Wärmedämmmaßnahmen oder den Tausch der Heizkörper die Vorlauftemperatur auf unter 55 Grad senken.

Als Alternative für den Altbau bietet sich auch eine Biomasse Heizung an, bei Wohngebäuden vor allem eine Holzpellets Heizung. Wenn die Holzpellets aus Restholz hergestellt werden, sind sie fürs Klima, ungeachtet der derzeitigen Diskussionen,  sinnvoll und auch nötig. Deutschland hat 11 Millionen Hektar Wald. Derzeit werden 80 % des jährlichen Zuwachses forstwirtschaftlich genutzt.  Es liegt also keine Übernutzung vor. Es ist aber nicht möglich alle unsere Altbauten mit Biomasseheizungen auszustatten, dafür fehlt das Restholz. Deshalb wird es bei den Altbauten einen Mix aus Biomasse (auch Nachwärmesysteme) und Wärmepumpen geben. In jedem Fall ist bei Altbauten mit hohem Energieaufwand eine energetische Sanierung sinnvoll.

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