Frankreichs AKW Probleme

Leserbrief: Frankreichs AKW Probleme sind riesig

Frankreich hat ein Riesen Stromproblem. Derzeit erzeugen die 56 Atomkraftwerke wegen technischer Probleme und der Trockenheit nur 35 % der Nennleistung. Deshalb ist Frankreich dringend auf Stromimporte angewiesen. Die Stromlieferungen aus Großbritannien gehen zurück, weil Großbritannien in diesem Jahr 3 Atomkraftwerke endgültig stilllegt und bis 2028 werden insgesamt 8 AKW’s stillgelegt. Hier gibt es keine Diskussionen über Laufzeitverlängerung, weil sie genug Windstrom haben. In Frankreich ist der Strompreis für die Verbraucher gedeckelt. Deshalb denken die Franzosen nicht ans Stromsparen. Sie heizen ihre Häuser im Winter ineffizient direkt mit Strom, z.B. Heizlüfter. Den französischen Stromkonzern „EDF“ hat jetzt kurz vor der Pleite, der französische Staat mit 64 Milliarden Euro Schulden, übernommen. Frankreich kauft jetzt Strom für das erste Quartal 2023 für sagenhafte 1 Euro je kWh zu. Genau 1,02 €/kWh. Dabei hätte Frankreich ein Riesenpotenzial für billigen Solar- und Windstrom. Aber sie haben die Energiewende verschlafen und zwar richtig. Sie haben Windräder an Land, wie Bayern und die CSU, verhindert und setzten voll auf die Kernenergie. Statt billigen Solar- und Windstrom für weniger als 5 Cent die KWh, kaufen sie jetzt den Strommarkt in Europa leer. Das treibt die Strompreise auch in Deutschland in die Höhe. Strom geht dahin, wo er am meisten kostet, das ist Marktwirtschaft. Das Problem für Frankreich wird aber jedes Jahr größer. Sie wollen zwar 7 Atomkraftwerke neu planen und bauen, bis die aber fertig werden, vergehen 20 Jahre. Bis dahin kostet die kWh Atomstrom von neu gebauten AKW’s über 35 Cent/kWh. Bis in 20 Jahren müssen aber mindestens die Hälfte der französischen AKW’s wegen Alters stillgelegt werden. Der Klimawandel verschlimmert die Dürreperioden und damit fehlt die AKW’s die Kühlung. Und diese Katastrophe haben sie nur, weil vor 10, 15 Jahren keine politische Kraft vorhanden war, die voll auf erneuerbare Energien und auf Energieeffizienz gesetzt hat. Leider haben sie das immer noch nicht verstanden.

Josef Gold, Kirchroth

ÖDP Kreisrat

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