2022 Zubau von Photovoltaikanlagen im Landkreis

2022 wurden im Landkreis 961 Anlagen mit 37,46 MW neu zugebaut. Der Zubau nimmt Fahrt auf.

2022 wurden mit 961 Photovoltaikanlagen 170 Anlagen mehr zugebaut als im Vorjahr, die installierte Leistung betrug  37,46 MW. Die gesamte installierte Leistung aller PV Anlagen im Landkreis beträgt Ende 2022  570 MW. Es wurde auch eine Windenergieanlage mit 4,2 MW zugebaut.  Da 2022 keine neue Biogasanlage zugebaut wurde, hat sich deren Anzahl um eine Anlage verringert. Bei der Wasserkraft gab es keine Änderung im Jahr 2022. Wenn der Landkreis in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr, klimaneutral werden will, müsse sich die Leistung der Photovoltaikanlagen auf 1.400 MW erhöhen  und sich die Anzahl der Windanlagen von jetzt 3 Anlagen auf 25 steigern.

Solarstrom ist billig

Strom aus großen Solar-Freiflächenanlagen ist mittlerweile mit 5 Cent/kWh Erzeugungskosten die günstigste Stromerzeugungsquelle. Die Zuschläge durch die Bundesnetzagentur für die Freiflächenanlagen betrugen 2022 zwischen 5 und 5,9 Cent/kWh. Durch den Zubau von neuen Solar- und Windanlagen verbilligt sich der Strompreis für die Verbraucher.  Durch die Nutzung des Solarstroms im eigenen Haus (Eigenverbrauch) kann der Betreiber  sich eine Preisstabilität auf 30 Jahre sichern.

Mehr kleinere Anlagen

Im Vergleich zu Vorjahr fällt auf, dass gerade kleiner Anlagen im Segment bis 10 kWp um 50 % zugenommen haben. Im Segment bis 10 bis 100 kWp, sowie Dachanlagen über 100 kWp  wurden 35 % weniger installiert. Das liegt noch an dem alten EEG 2021 wo dieses Segment benachteiligt wurde. Hier wurde wertvolle Dachfläche nicht genutzt. Die Freiflächenleistung hat um 129 % zugenommen.  Durch das neue EEG 2023 haben sich die Bedingungen wesentlich verbessert.  Die Vergütungssätze für den eingespeisten Solarstrom wurden erhöht und durch den gestiegenen Strompreis lohnt sich ein Eigenverbrauch noch besser. Gleichzeitig  gibt es ab 2023 deutliche Vereinfachungen und Bürokratieabbau in Bezug auf die Steuer. Bei der Anschaffung einer  Photovoltaikanlage bis 30 kWp wurde bei der Mehrwertsteuer der 0 %Steuersatz eingeführt (gilt für Wohngebäude etc.) Ebenso brauchen die Einkünfte bei der Einkommensteuer nicht mehr angegeben werden.

Mit 597 Stromspeichern in 2022 mit einer Gesamtkapazität von 3,7 MW wurde wesentlich mehr Speicherkapazität installiert als im Vorjahr. Die durchschnittliche Speichergröße betrug 6,25 kWh (Vorjahr 5,7 kWh). Das ist aber für ein normales Einfamilienhaus zu wenig. In vier bis fünf Jahren werden auch bei uns im Landkreis Großspeicher installiert.

Wie sind die Aussichten

Auch wenn 2022 der Zubau um 52 % gestiegen ist, liegt man noch deutlich hinter den Zubau von früheren Jahren. Nach den Plänen der Bundesregierung muss sich der Zubau verdreifachen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind jetzt sogar sehr gut. Probleme bereiten die hohen Anschaffungskosten auf Grund der derzeitigen Krisen. Bei den Solarmodulen ist zurzeit eine leichte Entspannung zu spüren. Die Solarmodule werden wieder billiger und es gibt genug Firmen, die Photovoltaikanlagen bauen.

2023 werden wieder mehr größere Dachanlagen gebaut. Gerade das Segment bis 30 kWp wird kräftig zulegen, ebenso die Freiflächenanlagen. Die Dächer können jetzt vollgemacht werden, denn die 10 kWp Grenze spielt keine Rolle mehr. 2023 wird deshalb der Zubau über 90 MW betragen und sich dadurch mehr als verdoppeln. Der Gesamtzubau wird dann Ende dieses Jahres bei ca. 660 MW liegen. Damit kann der jetzige Strombedarf des Landkreises bilanziell abgedeckt werden. Interessant, im Klimaschutzkonzept des Landkreises, das 2021 erstellt wurde,  ging das Ingenieurbüro im Jahre 2050 von einer Gesamtleistung von nur 500 MW aus. In unserem Landkreis wird der Strombedarf durch die Umstellung der Wärmeerzeugung weg von Öl und Gas auf elektrische Wärmepumpen und Biomasse sowie die Elektrifizierung des Verkehrs  um das 2,5 fache zunehmen. Außerdem muss das Land die Städte mit Energie versorgen.  Bayern möchte ja bis 2040 klimaneutral werden, das bedeutet bis dahin das aus für Öl (Heizöl, Benzin, Diesel) und fossiles Gas.

Viel gibt es bei der Windenergie zu tun. In unserem Landkreis gäbe es Platz um 25 Windenergieanlagen wirtschaftlich zu betreiben. Derzeit gibt es drei Anlagen in Wiesenfelden mit einer Gesamtleistung von 11,1 MW. Moderne Windenergieanlagen, die heute gebaut werden, haben eine Nennleistung von 5 bis 6 MW, eine Nabenhöhe und einen Flügeldurchmesser von jeweils über 160 Meter. Windstrom wird gerade im Winter benötigt und ergänzt den Solarstrom.  Bei den Biogasanlagen im Landkreis wird sich nicht viel tun, sie werden wohl weniger.

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