
Bei PKW Neuzulassungen im Landkreis gibt es erstaunliche Veränderungen
Landkreis: Die EU hat ein sogenanntes „Verbrenner“ aus für PKW und leichte Nutzfahrzeuge ab 2035 beschlossen, welche nicht klimaneutral betrieben werden können. Benzin, Diesel und fossile Gas – Neufahrzeuge können deshalb ab 2035 in der EU nicht mehr zugelassen werden. Das ist ein wichtiger Schritt um den Verkehr in der EU bis 2050 klimaneutral zu machen. Manche Länder, wie z. B. Norwegen, haben ein Verbrenner Aus schon ab 2025 bzw. 2030 beschlossen. Interessant ist es deshalb wie es in unserem Landkreis Straubing-Bogen mit der E-Mobilität aussieht.
2022 wurden nach Auskunft der Zulassungsstelle des Landratsamtes Straubing-Bogen erstmals mehr reine Elektro-Autos bei den Neuzulassungen (keine Gebrauchten) angemeldet als Benziner. Der Anteil der Elektro-Autos an den Neuzulassungen bei Personenkraftwagen betrug 30,9 %, Benzin-Autos wurden 29,9 % zugelassen, Diesel-Autos 17,4 %, Plug-In-Hybrid 9,61 % und Mild-Hybrid 11,68 %.
Grund für den starken Zuwachs der Elektro-Autos ist wohl auch die gekürzte Förderung ab 2023, so haben viele noch ihr Elektro-Auto Ende 2022 angemeldet. Deutschlandweit lag der Anteil der reinen E-Autos bei 17,7 %, im Dezember 2022 sogar bei 33,2 %. Elektro-Autos sind zwar in der Anschaffung teurer, aber die Kosten bezogen auf den gefahrenen km sind günstiger als bei Verbrennern. Elektro-Autos haben einen Effizienz Vorteil. Tankt jemand sein Elektro-Auto mit dem eigenen Solarstrom, betragen die Kosten für die Energie zwei Euro je 100 km, beim Tanken zu Hause mit dem Normalstrom 7 Euro, während das Tanken mit Benzin und Diesel durch die CO2 Besteuerung jedes Jahr teurer wird. Außerdem finanziert man dadurch korrupte Staaten.
E-Autos verbrauchen beim Fahren nur ein Viertel der Energie welche Benzin- oder Diesel-Fahrzeuge benötigen. Der CO2 Rucksack aus der Produktion der Akkus ist bei 15.000 bis 50.000 km mittlerweile wieder eingespart. Sparsame Elektro-Autos kommen beim Fahren mit der Energie aus, die man braucht um Benzin oder Diesel nur herzustellen.
Deshalb ist bei den Autos, bei leichten Nutzfahrzeugen sowie bei LKW’s mit Reichweiten bis 250 km die Frage entschieden mit welchem Antriebsstrang sie in Zukunft fahren werden. Hier wird sich der rein elektrische Antrieb (BEV) durchsetzen. Spannend wird das Rennen bei LKW’s mit längeren Reichweiten. Hier kommen grundsätzlich reine elektrische LKW, Plug-In-Hybrid, Wasserstoff (fahren auch elektrisch), Verbrenner mit E-Fuels (Kraftstoffe welche mit Strom aus Sonne und Wind hergestellt werden) oder Biokraftstoffe in Frage. Experten gehen mittlerweile davon aus, dass sich hier aus Kostengründen wohl auch die reine elektrische Konzeption durchsetzen wird.
Akku Herstellung wird immer Umweltfreundlicher. Derzeit entstehen in Europa mehrere sogenannte Gigafactarys, um die Akkus für die E-Mobilität in Europa selber herzustellen, die mit Ökostrom betrieben werden. Auch in der Chemiezusammensetzung der Akkus tut sich einiges. Immer mehr Hersteller kommen bei Ihren Akkus in der Kathode ohne Kobalt aus, das bedeutet, sie werden noch umweltfreundlicher und günstiger. Mittlerweile ist in manchen Verbrenner-Autos mehr Kobalt verbaut als in Elektro-Autos. Gespannt darf man auf ganz neue Akkus wie Natrium-Ionen Akkus sein, die in diesem Jahr auf dem Markt kommen sollen. Hier sind überhaupt keine kritischen Rohstoffe mehr verbaut.