Wärmepumpenmarkt Europa

Während unsere Nachbarländer fleißig Wärmepumpen installieren, diskutieren wir in Deutschland nur darüber. Deutschland liegt bei den verkauften Wärmepumpen bezogen auf die Haushalte in Europa auf den vorletzten Platz (Grafik t-online.de). Die nordischen Länder, wo es eigentlich kälter ist, installieren 10-mal mehr Wärmepumpen. In China wurden letztes Jahr 13 Millionen Wärmepumpen verbaut, in Deutschland 230.000. Unser Klima- und Wirtschaftsminister Habeck möchte zumindest jährlich 600.000 Wärmepumpen verbaut sehen. Das wären je 1.000 Haushalte 14,87 Wärmepumpen, damit liegen wir nur im Mittelfeld in Europa. Wieso bekommen unsere Nachbarn das ohne Probleme hin und wir nicht? Der Unterschied liegt bei der Erdgaslobby. Die Erdgaslobby steuert bei uns die Diskussion. Die wollen möglichst lange und möglichst viel Erdgas verkaufen, deshalb setzen sie auf die Fatamorgana der wasserstafffähigen Erdgasheizungen (H2 ready). Die möchten, dass bis 2045 H2 ready Erdgasheizung (Wasserstoff ist hochexplosiv) verbaut werden um dann 2045 festzustellen: 1. Es gibt nicht genug Wasserstoff, wir müssen weiterhin Erdgas verbrennen. 2. Wasserstoff zum Heizen kostet dreimal mehr als mit einer Wärmepumpe zu heizen, das kann man der Bevölkerung nicht zumuten, deshalb muss man weiterhin mit Erdgas heizen. 3. Wasserstoff hat nur 1/3 Energieinhalt gegenüber Erdgas. Würden alle mit Wasserstoff heizen, braucht man neue Wasserstoffleitungen, den durch die alten Erdgasleitungen fließt nicht genug Energie. Da der Bau neuer Leitungen zu aufwendig ist, muss man wieder Erdgas dazunehmen.

Erschreckend dabei ist nur, dass politische Parteien, wie die FDP, CSU/CDU diese Argumentation der Erdgaslobby einfach eins zu eins übernehmen. Ich frage mich, steckt wirklich nur Wahlkampf dahinter, oder erwartet man sich finanzielle Zuwendungen?

Ein Kommentar zu “Wärmepumpenmarkt Europa

  1. Vielleicht liegt es aber auch an unseren hohen Strompreisen. Der Strompreis an der Börse mag zwar im direkten Vergleich mit den direkten Nachbarn am billigsten sein. Aber das nützt uns Verbraucher wenig wenn er an unserer Steckdose eher am teuersten ist. Ich las z.B. kürzlich, dass die Stadtwerke in Salzburg die Preise auf etwa 20 Cent senken.

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