
In den Medien wird seit dem Atomausstieg viel darüber diskutiert, dass Deutschland von Atomstrom aus Frankreich abhängig ist. Ich habe deshalb die tatsächlichen Zahlen graphisch aufbereitet. Insgesamt hatten wir 2023 tatsächlich einen Stromimportüberschuss von 8,5 TWh, das sind 1,9 % unseres Stromverbrauchs. Vor allem mit Dänemark und Norwegen hatten wir einen großen Importüberschuss. Einen Exportüberschuss hatten wir mit Österreich und Luxemburg. Bei den anderen Ländern ist der Import/Export von Strom ziemlich ausgeglichen, auch mit den Ländern Frankreich, Polen und Tschechien. Also unser Importüberschuss kam von Norden mit viel Wind- und Wasserkraftstrom. Europa hat für den Stromhandel ein großes Stromverbundnetz. Dieser Stromverbund erhöht die Netzsicherheit und verbilligt den Strom für die Verbraucher.
In Deutschland bewegt sich der Stromverbrauch zwischen 35 und 70 GW. Am wenigsten Strom wird in der Nacht von 0 Uhr bis 5 Uhr früh sowie an den Wochenenden verbraucht. Die Kraftwerkskapazitäten betragen in Deutschland ohne Wind und PV 95 GW, also deutlich mehr als die Spitzenlast. 2023 war geprägt von einem Rückgang des Stromverbrauchs in Europa von 5 bis 10 % und durch den gleichzeitigen Anstieg des Stroms aus Sonne und Wind gab es europaweit einen Stromüberschuss. Deshalb war es für Deutschland billiger Strom vom Ausland einzukaufen als den eigenen, teuren Kohlestrom zu produzieren. Auch bei Tagen mit 100 % erneuerbaren Strom lieferten noch ca. 10 GW fossile Kraftwerke Strom. Diese lassen sich nicht abstellen, weil sie gleichzeitig auch Wärme für Haushalte und für die Industrie bereitstellen Das ändert sich erst, wenn die Wärmeerzeugung hier auf Erneuerbare umgestellt wird. Diese 10 GW sind deshalb nicht mit Atomstrom zu ersetzen.