
Die Strompreise an der Börse haben im Februar 2024 ein Niveau erreicht wie im Juni 2021, also vor der Energiekrise. Der allgemeine Spotmarktpreis an der Börse betrug im Februar 6,134 Cent/kWh, das ist halb so viel wie vor einem Jahr mit 12,83 Cent. Der Preis für Windstrom lag im Februar bei 5,335 Cent und für Solar bei 5,875 Cent. Betreiber von Wind- oder Photovoltaikanlagen bekommen also diesen Preis, wenn der anzulegende Wert lt. EEG niedriger ist. Da aber die Spotmarktpreise für Solar und Wind schon seit längerem an der Börse niedrig sind, profitieren die Betreiber von PV- und Windanlagen kaum mehr von höheren Börsenstrompreisen. Der relative niedrige Spotmarktpreis hat vor allem mit den hohen Windstrom Aufkommen zu tun. Die Windenergieanlagen erzeugten diesen Winter 15 % mehr Strom als im 10-jährigen Durchschnitt und das drückt den Strompreis an der Börse. Wie geht es nun weiter mit dem Strompreis. Das Windstromangebot wird die nächsten drei Jahre etwas zurückgehen, weil der Wind nicht dauerhaft über die Durchschnittsjahre weht (statistisch ist das unwahrscheinlich). Das Solarstromangebot wird durch den massiven Zubau zunehmen. Deshalb erwarte ich für die nächsten drei Jahre das jetzige Preisniveau an der Börse. In vier Jahren wirkt sich dann auch der verstärkte Zubau der Windenergieanlagen aus. Das sieht man an den Baugenehmigungen und an den Zuschlägen bei der Bundesnetzagentur. Zum 1. Februar 2024 erhielten 324 Windanlagen einen Zuschlag, davon drei (0,9 %) aus Bayern. Spitzenreiter war Nordrhein-Westfalen mit 64 (20 %) Anlagen. Im Jahr gibt es vier solche Ausschreibungen. Also werden in zwei Jahren jährlich 1.200 Windanlagen gebaut, die dann in drei bis vier Jahren richtig Strom erzeugen. 2019 wurden im ganzen Jahr nur 300 Anlagen gebaut. Deshalb gehe ich davon aus, dass in vier Jahren der Strompreis an der Börse nochmal weiter sinkt. Die Verbraucher dürfen sich freuen.
Übrigens, wer jetzt einen neuen Stromliefervertrag als Neukunde oder weil er den Stromanbieter wechselt, abschließt, zahlt je kWh zwischen 25 und 30 Cent, soviel wie im Juni 2021 bei der alten Regierung. Die Energiekrise ist vorbei.