Kernaussagen der „Energiesystemanalyse Bayern klimaneutral “
aus einer Studie vom 1.04.2024 im Auftrag der Bay. Staatsregierung. Das möchte Bayern:
1. Die Transformation reduziert die Abhängigkeit von Energieimporten. Im Jahr 2019 stammten 77 % des Primärenergiebedarfes aus Importen (vor allem Mineralöl, Erdgas und Uran). Dieser Wert sinkt im Bayernpfad-Mix auf 22 %. Grund hierfür ist insb. der hohe EE-Anteil sowie die Elektrifizierung.
2. Der Ausbau Erneuerbarer Energien muss stärker forciert werden. Der EE-Zubau muss technologieunabhängig weiter deutlich verstärkt werden. Zuviel Zubau von PV- und Windenergieanlagen gibt es dabei nicht. In Zahlen bedeutet dies im Mix-Pfad bis 2040 einen Zubau von: 51 GW an PV-Freiflächenanlagen, 27 GW an PV-Aufdachanlagen und 12 GW an Windanlagen. Also ab 2024 wöchentlich 3 Windkraftanlagen, 86 Fußbalfelder PV-Freiflächenanlagen und 3.250 PV-Aufdachanlagen mit je 20 kWp.
3. Die Elektriefizierung ist ein Kernelement der Transformation und wird ergänzt durch die Nutzung von Wasserstoff, Bioenergie, grüner Fernwärme und synthetischen Energieträgern. Trotz starker Effizienzverbesserungen führt die Elektrifizierung und die Produktion von Wasserstoff zu einem Anstieg des Stromverbrauchs von 85 TWh im Jahr 2019 bis auf ~179 TWh im Jahr 2040 im Mix-Pfad. Bis zu weiteren 60 TWh können hinzukommen, wenn das für den internationalen Flugverkehr benötigte Kerosin.
4. Bayern kann sich nicht zu jeder Stunde im Jahr selbst versorgen. Die wichtigste Flexibilitätsoption ist das Strom-Übertragungsnetz durch das der Stromaustausch innerhalb Bayerns und mit den angrenzenden Regionen ermöglicht wird. Bis 2040 müssen im Mix- Pfad jede Woche ca. 7 km Übertragungsnetz zugebaut oder verstärkt werden.
5. Die Investitionen in die Energiewende zahlen sich aus. Gegenüber dem BAU-Szenario (Zubau wie bisher), in dem Transformation im aktuellen Tempo erfolgt, können zwischen 2024 und 2040 ca. ~€ 100 Mrd. eingespart werden, da deutlich weniger kostspielige synthetische Brennstoffe importiert werden müssen. Die Einsparung bei den OPEX übersteigen die CAPEX-Mehrkosten deutlich.
Die Studie trägt das Datum 1. März 2024 und wurde von der bayerischen Staatsregierung in Auftrag gegeben.