Strompreise und Energiewende

Grafik: Strompreise and der Börse

Immer wieder wird von Medien, Politiker oder auch von Verbänden ein Zusammenhang zwischen den hohen Strompreisen 2022 und 2023 mit der Energiewende gebracht. Das ist nicht nur falsch, sondern gefährdet auch die Akzeptanz der Energiewende. Genau das Gegenteil ist der Fall. In der Grafik ist die Entwicklung der Börsenstrompreise seit Mai 2021 dargestellt. Hier sieht man deutlich, dass einmal der Ausfall der französischen Atomkraftwerke, der Einmarsch Russland in die Ukraine und der Stopp der Erdgaslieferungen aus Russland die Strompreise in die Höhe trieb. Die Abschaltung von je drei Atomkraftwerken im Dezember 2021 und April 2023 hatte keinerlei Einfluss. Ab 2023 ging der Strompreis an der Börse deutlich zurück und hat sich jetzt stabilisiert. Bereits 2024 ist der Strompreis gegenüber 2023 um ca. 5 Cent je kWh gesunken. Auch 2025 sinkt der Strompreis gegenüber 2024 wieder um 5 Cent. Wenn man jetzt den Strom für 2025 und 2026 einkauft, dann liegt der Strompreis für 2026 wieder um ca. 1 Cent niedriger als 2025. Der Grund dafür ist der massive Zubau von Solar- und Windkraftanlagen.

Der Strompreis besteht aus drei Komponenten. Einmal der reine Stromeinkauf incl. Gewinn der Netzbetreiber. Für 2025 beträgt dieser bei unseren Solar- und Windparks im Durchschnitt bei 11 Cent/kWh. Hinzu kommen die Netzentgelte, diese liegen in der Regel zwischen 7 und 10 Cent. Als drittes kommen noch die Steuern und Abgaben mit ca. 5 Cent hinzu. Im Wesentlichen sind das die Stromsteuer und die Konzessionsabgabe. Das sind jetzt alles Nettopreise. Also Netto kommt man auf ca. 24 Cent/kWh. Rechnet man die Mehrwertsteuer hinzu sind es knapp unter 30 Cent.

Inflationsbereinigt ist der Strompreis jetzt günstiger als 2021, vor der Energiekrise. Es gibt also kein Grund zu Jammern. Zudem haben wir jetzt den saubersten Strom seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland mit 60 % Erneuerbaren Strom.

Der Stromeinkauf für die Netzbetreiber geht also zurück. Die Netzentgelte werden aber jährlich um ca. 1 Cent/kWh steigen, weil der Netzausbau jetzt Fahrt aufnimmt. Die Steuern und Abgaben bleiben ziemlich unverändert.

Veröffentlicht von gswjogo

Fachgebiet: Erneuerbare Energien, Energiewende

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