Ich habe jetzt schon mehrfach Anfragen wegen der Meldungen bekommen, dass wir in Deutschland drei neue Gaskraftwerke brauchen, um den Eigenverbrauch von Windanlagen zu decken. Das ist natürlich eine Falschmeldung. Windanlagen benötigen tatsächlich für den Eigenverbrauch Strom und wenn die Anlage selber keinen Strom produziert, muss dieser zugekauft werden. Bei großen Windmühlen können dies bis zu 75.000 kWh im Jahr sein. Dies geschieht in Zeiten, wenn die Anlage gewartet, repariert wird, das Stromnetz nicht zur Verfügung steht oder auch wegen Windstille. In diesen Zeiten muss Strom zugekauft werden. Die Frage ist jetzt, braucht es dazu neue Gaskraftwerke. Nein. Der Strom kommt zunächst von den Nachbarwindanlagen im Windpark. Steht hier kein Strom zur Verfügung, kommt er von anderen Windkraftanlagen. Windkraftanlagen sind auf ganz Deutschland verteilt und irgendwo weht immer der Wind. Die Falschmeldung geht davon aus, das gleichzeitig alle 30.000 Windanlagen stillstehen und dann der Stromverbrauch dadurch steigt. Diese Meldung will uns vermitteln, dass wir ohne Windanlagen günstiger über die Runden kämen. Das ist falsch, denn diese Annahme könnte man dann bei allen Kraftwerken durchspielen.
Wenn jemand behauptet, man bräuchte drei Gaskraftwerke, oder wie Friedrich Merz kürzlich von 50 neuen Gaskraftwerken sprach, gibt er zu keine Ahnung zu haben. Es gibt in Deutschland über 15.000 Gaskraftwerke. Angefangen von 10 kW bis 1.000 MW. Also welche sind gemeint? Deshalb spricht die Bundesregierung von z.B. 12 GW neuen Gaskraftwerken die auf H2 umgerüstet werden können (Habeck). Damit ist es klar, wieviel Strom damit erzeugt werden kann und das allein ist wichtig.
Schöne Grüße aus Pemba (Sansibar). Wir haben seit gestern Abend bei unserer Schule ein sehr gutes Internet installiert. Funktioniert wie bei uns zu Hause?