
Grafik: Stromerzeugung zu Ostern (energy-charts)
Der bayerische Wirtschaftsminister Aiwanger hat zu Ostern einen Strom Blackout, manche Medien einen Brownout vorausgesagt, bzw. gewarnt.
Ein Blackout ist ein großflächiger, längerer Stromausfall, ein Brownout ist mehr ein regionaler Stromausfall. Warum ausgerechnet zu Ostern. An Ostern ist die Stromnachfrage (Last) sehr gering. Viele Menschen machen im Ausland Urlaub und die Betriebe haben über Ostern geschlossen. Ich habe mir deshalb die Situation am Ostersonntag (ganz rechts in der Grafik) angeschaut. Die niedrigste Last tritt in der Nacht zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens auf, mit ca. 35 GW Stromverbrauch. Da aber in der Nacht kein Solarstrom erzeugt wird, ist diese Situation unproblematisch. In der Mittagszeit stieg die Last auf 44 GW (unter der Woche kann die Last auf 70 GW steigen) und alle Kraftwerke zusammen speisten 55,7 GW in das Stromnetz ein. Die Frage ist deshalb, wird dadurch das Stromnetz überlastet. Nicht abschaltbare Kohle und Gaskraftwerke speisten 6,6 GW ein, Biomasse und Wasser 4,5 GW, Windanalagen nur 4,2 GW und die PV-Anlagen produzierten bei schönsten Wetter in der Spitze 38,6 GW Strom. Um das Stromnetz nicht überzubelasten, kann man Windanlagen runterregeln, und von den 100 GW PV-Anlagen sind ca. 60 GW regelbar. Ein Problem für das Stromnetz sind die ca. 40 GW PV-Dachanlagen, die ungeregelt einspeisen. Trotzdem gab es keinen Brownout und auch keinen Blackout. Die 40 GW PV-Anlagen können wegen Degradation, Wechselrichter Ausgangsleistung, verschiedene Dachausrichtungen und Standorte etc. in der Spitze nur ca. 25 GW einspeisen. Meine eigene PV-Anlage (verschieden Ausrichtung) speiste Mittags15,5 kW von 23 möglichen kW ein. Somit sind im deutschen Stromnetz ca. 37 GW nicht regelbar. Da aber die Last 44 GW betrug, kam es zu keinem Brownout. Die 12 GW mehr Erzeugung als die Last haben wir exportiert. Regelbare PV-Anlagen wurden am Ostersonntag auch abgeschaltet, vereinzelt auch Windanlagen. Dazu nicht benötigte fossile Kraftwerke. In einigen Netzgebieten kann es natürlich anders aussehen.
Es gibt aber dann immer noch die Notabschaltung von Wechselrichtern, wenn die Frequenz im Stromnetz durch zu viel Solarstrom auf über 50,2 Hertz steigt, schalten Wechselrichter (auch bei älteren Anlagen) automatisch nacheinander ab. Auch diese Regelung verhindert einen Brown- oder Blackout.
Um Störungen im Stromnetz vorzubeugen, wurde von der Ampel noch das sogenannte Solarspitzengesetz beschlossen. Das bedeutet, dass neue PV-Anlagen unter 100 kW entweder auf 60 % begrenzt oder regelbar sein müssen. Das müsste auch für alle Altanlagen eingeführt werden.
Ich bin sicher, nächstes Jahr zu Ostern haben wir wieder die gleichen Meldungen in den Medien. Das gilt übrigens auch zu Pfingsten. Aiwanger wird wohl enttäuscht gewesen sein, weil seine Vorhersage nicht eingetreten ist.