Quallen legen Atomreaktoren in Frankreich lahm

Bild: AKW und Button „Quallen gegen AKW“

Auch das gibt es: Eine massive Ansammlung von Quallen hat vier Atomreaktoren in Nordfrankreich vorübergehend stillgelegt. Thermische Kraftwerke – dazu gehören auch Atomkraftwerke – benötigen zur Kühlung große Mengen Wasser. Die betroffenen Reaktoren am Ärmelkanal werden mit Wasser aus der Nordsee gekühlt. Dort verstopften nun ungewöhnlich viele Quallen die Pumpstationen, sodass der Betrieb eingestellt werden musste.

Als Ursache gilt die Erwärmung der Nordsee, die zu einer starken Ausbreitung von Quallen beiträgt. Beim Bau der Anlagen vor über 40 Jahren spielte dieses Risiko vermutlich noch keine Rolle. Auf die Stromproduktion hat der Vorfall bislang kaum Auswirkungen, da andere Kraftwerke die Leistung kompensieren können. Dennoch zeigt er, dass AKW-Betriebe nicht nur durch Überhitzung von Flüssen oder Trockenheit, sondern auch durch biologische Faktoren wie Quallen beeinträchtigt werden können – Probleme, die sich mit fortschreitender Erderwärmung häufen dürften. Übrigens tritt dieses Phänomen auch bei fossilen Kraftwerken auf, die durch Wasser aus dem Mittelmeer gekühlt werden.

Hinterlasse einen Kommentar