Atomkraftwerk Hamm-Uentrop: Betreiber insolvent – Steuerzahler darf zahlen

Der Betreiber des längst stillgelegten Atomkraftwerks Hamm-Uentrop (Nordrhein-Westfalen) ist seit dem 23. September 2025 zahlungsunfähig. Er hat keine ausreichende Rücklagen für den Rückbau der Anlage gebildet – die Kosten in Höhe von rund zwei Milliarden Euro (ohne Atommüll-Entsorgung!) können nicht gedeckt werden. Eigentümer des AKW ist eine Tochtergesellschaft von RWE und E.ON. Die Folge: Wieder einmal bleibt der Steuerzahler auf den Milliardenkosten sitzen, sie werden auf ca. zwei Milliarden Euro geschätzt.
Das AKW ist ein Symbol für das gescheiterte Atomabenteuer in Deutschland: Nach 15 Jahren Bauzeit und Investitionen von etwa zwei Milliarden Euro ging das relativ kleine Kraftwerk 1985 mit einer Leistung von gerade einmal 300 Megawatt ans Netz – und musste schon 1989 wegen gravierender Sicherheitsprobleme endgültig abgeschaltet werden. Seitdem gammelt die Anlage im „sicheren Einschluss“.
Nun zeigt sich: Die Konzerne haben ihre Gewinne längst abgeschöpft, für die Folgekosten fühlen sie sich nicht verantwortlich. Das Muster ist bekannt: Schon bei den Verhandlungen über die Übernahme der Endlagerung des Atommülls durch den Bund, erklärten die Betreiber der deutschen AKW‘s, nur 23,7 Milliarden Euro zahlen zu können – sonst machen sie Insolvenz. Die tatsächlichen Kosten werden inzwischen auf rund 170 Milliarden Euro geschätzt.
Die Rechnung ist also simpel: Gewinne privatisieren, Risiken und Milliardenlasten sozialisieren. Während die Energiekonzerne ihre Profite längst gesichert haben, müssen Bürgerinnen und Bürger die Zeche für die atomaren Altlasten zahlen – auf unabsehbare Zeit.