Börsenstrompreise in Europa 2025

Grafik: Zeigt die Börsenstrompreise der einzelnen Länder

Für das Kalenderjahr 2025 lassen sich die Börsenstrompreise bereits mit hoher Sicherheit vorhersagen. Aus der Karte ist ersichtlich, dass Deutschland mit einem Preis von 8,94 Cent pro kWh genau im Mittelfeld liegt. Am günstigsten ist der Börsenstrom im Norden Norwegens: Durch den hohen Anteil an Wasserkraft und den geringen Stromverbrauch liegt der Preis dort bei etwa 1,6 Cent pro kWh. Deutlich teurer ist Strom an der Börse hingegen in Serbien, wo er mit 12,18 Cent pro kWh nahezu zehnmal so viel kostet.

Länder mit einem hohen Anteil fossiler Energieträger – dazu zählen viele osteuropäische Staaten sowie Irland und Italien – weisen insgesamt höhere Börsenstrompreise auf. Die niedrigsten Preise finden sich in den nordischen Ländern sowie in Spanien, Portugal und Frankreich.

Der Strompreis für Endverbraucher ist jedoch deutlich schwieriger zu vergleichen. In Deutschland befinden sich die Netzbetreiber überwiegend in privater Hand und erzielen teilweise Gewinne von über 20 %. In vielen anderen Ländern sind die Netze staatlich oder über Tochtergesellschaften im Besitz des Staates, der keinen Gewinn aus dem Netzbetrieb anstrebt. Zudem sind in Deutschland die Niederspannungsnetze fast vollständig unterirdisch verlegt, während sie in anderen Ländern häufig oberirdisch geführt werden.

Hinzu kommen steuerliche und kommunale Abgaben: In Deutschland fällt die volle Stromsteuer in Höhe von 2,05 Cent pro kWh (netto) an sowie eine Konzessionsabgabe an die Kommunen von rund 1,5 Cent pro kWh. In vielen Nachbarländern betragen diese Abgaben oft nur einen Bruchteil davon.

Mit einer durchschnittlichen Versorgungsunterbrechung von lediglich etwa 11 Minuten pro Jahr verfügt Deutschland über eine der sichersten Stromversorgungen weltweit. All diese Faktoren müssten bei einem Vergleich der Strompreise berücksichtigt werden.

Hinterlasse einen Kommentar