Dunkelflauten – Betrachtung für 2025

Grafik: Anteil der Erneuerbaren auf die einzelnen Tage des Jahres 2025

Im Zusammenhang mit der Energiewende fällt immer wieder ein Begriff: Dunkelflaute. Gemeint sind Zeiträume, in denen sowohl Wind als auch Sonne nur wenig Strom liefern. Um dieses oft emotional diskutierte Thema einmal datenbasiert zu betrachten, habe ich mir das Jahr 2025 genauer angeschaut. Es war ein vergleichsweise windschwaches Jahr und damit besonders anfällig für Dunkelflauten.

Was ist eigentlich eine Dunkelflaute?

Eine offizielle Definition gibt es nicht. Häufig spricht man allgemein von Tagen mit wenig Wind und geringer Sonneneinstrahlung. Für meine Analyse habe ich daher eine eigene, praxisnahe Definition gewählt:

Eine Dunkelflaute liegt vor, wenn der Anteil der erneuerbaren Energien an der Nettostromerzeugung unter 40 % fällt und dieser Zustand länger als drei Tage anhält.

Warum diese Grenze? In Zukunft könnten Stromspeicher so günstig werden, dass sie etwa drei Tage überbrücken können. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass der Stromverbrauch deutlich steigt – etwa durch Elektromobilität, Wärmepumpen und die Industrie – möglicherweise um das 2,5-Fache. Wenn sich parallel dazu der Ausbau von Wind- und Solaranlagen mindestens verdreifacht, ev. vervierfacht, erscheint ein Schwellenwert von 40 % realistisch.

Dunkelflauten im Jahr 2025

Im Jahr 2025 lag der niedrigste Anteil erneuerbarer Energien bei 20,3 % am 14. Februar, der höchste Wert wurde am 26. Oktober mit 111,9 % erreicht.

Die längste Dunkelflaute trat vom 15. bis 22. Januar auf und dauerte acht Tage. Insgesamt ergaben sich folgende Zeiträume: Februar: 11 Tage, März: 10 Tage, Oktober und November: je 4 Tage

In Summe kam das Jahr 2025 damit auf 37 Tage Dunkelflaute. Zum Vergleich: Im Jahr davor, das deutlich windreicher war, traten über das gesamte Jahr hinweg nur 14 Tage mit Dunkelflauten auf. Dunkelflauten sind ein nahezu reines Winterphänomen.

Die entscheidende Frage lautet: Wie lässt sich die Stromversorgung in diesen Zeiten zuverlässig sicherstellen? Dafür gibt es mehrere Stellschrauben:

  1. Lastmanagement:
    Stromintensive Unternehmen können dafür bezahlt werden, ihren Verbrauch zeitweise zu reduzieren.
  2. Flexible Biomasse:
    Die rund 8 GW Biomassekraftwerke müssen stärker flexibel eingesetzt werden, um gezielt Strom zu liefern, wenn Wind und Sonne fehlen.
  3. Gaskraftwerke (H₂-ready):
    Die teuerste und politisch umstrittenste Option sind neue Gaskraftwerke, die später auf Wasserstoff umgerüstet werden können. Aktuell stehen rund 35 GW Gaskraftwerksleistung zur Verfügung.

Selbst wenn der Stromverbrauch stark steigt, Batteriespeicher auch während Dunkelflauten Lastspitzen glätten, die Sektorenkopplung unterstützend wirkt, Strom aus Nachbarländern bezogen wird und moderne Onshore- und Offshore-Windanlagen mehr Volllaststunden erreichen, wird dennoch ein zusätzlicher Bedarf an etwa 20 GW wasserstofffähigen Gaskraftwerken bis 2045 verbleiben.

Allerdings ist auch möglich, dass sich Speichertechnologien noch schneller entwickeln als erwartet, sodass künftig sogar eine Woche überbrückt werden kann. Ebenso könnten ein stärkerer Windkraftausbau und vor allem der europäische Stromverbund dazu beitragen, Solar- und Windstrom besser auszugleichen, denn irgendwo in Europa geht immer ein Wind. Die Dunkelflaute ist also kein unlösbares Problem – aber eines, das realistisch geplant werden muss.

Es bleibt spannend.

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