Strom Import – Export 2025

Grafik: Import-Export nach Ländern dargestellt

Deutschland hatte 2025 einen Strom-Importüberschuss von 21,7 TWh. Das entspricht 4,6 % unseres Nettostromverbrauchs von 466 TWh. Zu jeder Stunde standen jedoch ausreichend Erzeugungskapazitäten zur Verfügung, um den Strombedarf vollständig im Inland zu decken. Importiert wurde dennoch, weil der aus dem Ausland bezogene Strom günstiger war als Strom aus heimischer Kohle- oder Erdgasverstromung.

Der größte Teil des importierten Stroms kam aus Dänemark. Dabei handelt es sich jedoch überwiegend um durchgeleiteten Strom aus Schweden, vor allem Wasserkraft. Es folgen Frankreich, die Niederlande und Norwegen. Der Import aus Frankreich stammte vermutlich zu rund zwei Dritteln aus Kernkraft, aus den Niederlanden überwiegend aus Erdgasstrom und aus Norwegen aus Wasserkraft.

Österreich war der größte Abnehmer deutschen Stroms. Zudem exportierte Deutschland Strom nach Polen und Tschechien. Deutschland ist also nicht vom Kohlestrom aus Polen oder vom Atomstrom aus Tschechien abhängig – vielmehr ist es umgekehrt. Vor diesem Hintergrund wirkt die Forderung von Markus Söder, Atomstrom aus Tschechien zu importieren, wenig nachvollziehbar.

Ausblick auf 2026

Der Nettostromverbrauch wird 2026 voraussichtlich um 6 TWh auf etwa 475 TWh steigen. Im Jahr 2025 wurden rund 16,4 GW Photovoltaikleistung zugebaut, die 2026 etwa 16 TWh Strom erzeugen dürften. Da 2025 jedoch ein außergewöhnlich gutes Solarjahr war, rechne ich bei den bestehenden PV-Anlagen mit einem Rückgang der Stromerzeugung um etwa 4 TWh. Daraus ergibt sich ein PV-Saldo von +12 TWh.

Bei der Windenergie erwarte ich einen Saldo von +12 TWh, da ein Zubau von rund 5,4 GW sowie ein windreicheres Jahr zu erwarten sind. Die Stromerzeugung aus Biomasse dürfte dagegen um etwa 2 TWh zurückgehen. Wasserkraft wird um 1 TWh zulegen, da 2024 ein Drittel weniger Regen fiel, als normal.

Insgesamt ergibt sich damit ein Plus in der Stromerzeugung von rund 23 TWh. Zieht man den zusätzlichen Stromverbrauch von 9 TWh ab, reduziert sich der Importüberschuss auf etwa 7 TWh. Spätestens 2027 dürfte die Strombilanz ausgeglichen sein – möglicherweise bereits 2026.

In einem Jahr können wir diese Prognose überprüfen. Ich bin gespannt.

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