
Grafik: Zubau von 2001 bis 2025
Der Zubau von Windenergieanlagen nimmt deutlich Fahrt auf. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 1.006 neue Windkraftanlagen mit einer installierten Leistung von 5,75 GW in Betrieb genommen. Davon entfielen 965 Anlagen auf den Onshore-Bereich (an Land), 41 Anlagen wurden offshore errichtet. Gegenüber 2024 entspricht dies einer Steigerung von 76 Prozent – ein neuer Rekord. In Bayern wurden allerdings lediglich 17 neue Anlagen in Betrieb genommen. Gleichzeitig wurden im Jahr 2025 auch 456 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 0,63 GW stillgelegt. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der Anlagen netto lediglich um 543.
Zum Vergleich: In China wurden im selben Zeitraum rund 121 GW neu installiert – etwa das 20-Fache der deutschen Zubauleistung, bei einer rund 17-fach höheren Bevölkerungszahl.
Wie geht es weiter?
Jetzt wird es besonders interessant: Für 2026 ist mit einem Zubau von über 10 GW zu rechnen, was etwa 1.500 neuen Anlagen entspricht. Ausschlaggebend dafür sind die Zuschläge, die die Bundesnetzagentur in den vergangenen beiden Jahren vergeben hat. Jährlich werden rund 10 GW ausgeschrieben. Allein im Jahr 2025 erhielten jedoch mehr als 3.000 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 20.8 GW eine Baugenehmigung. Dies führt zu einem deutlichen „Zuschlagsstau“. Daher ist davon auszugehen, dass bis 2030 jährlich mehr als 10 GW neu zugebaut werden. Die Ausschreibungen sind deutlich überzeichnet.
Sinkende Zuschlagswerte
Die Zuschlagswerte sind seit zwei Jahren rückläufig. Bei einer Standortgüte von 60 Prozent – wie sie in unserer Region bei guten Standorten vorkommt – lag die Vergütung bei einer Ausschreibung vor zwei Jahren noch bei rund 10,5 Cent/kWh (7,2 Cent × 1,42 Korrekturfaktor). Für 2026 werden voraussichtlich nur noch etwa 8,0 Cent/kWh erzielt. Grund dafür ist die hohe Zahl an Baugenehmigungen, durch die die Ausschreibungen überzeichnet sind und nur noch die wirtschaftlichsten Gebote einen Zuschlag erhalten. Dadurch werden windschwache Standorte bei uns nicht bebaut. Bei einer Produktion von 12 Millionen kWh ist das ein jährlicher Mindererlös von 300.000 Euro.