
Grafik: Stromerzeugung nach Energieträgern (Säulendiagramm)
Die ersten fünf Tage im Januar 2026 erzeugten wir so viel Windstrom, dass wir Frankreich mit Strom aushelfen konnten. Ausgerechnet in dieser Phase kam es dort aufgrund der Kälte zu einer Stromknappheit.
Zum Monatsende kehrte sich das Bild jedoch deutlich um: Eine stabile Hochdrucklage ließ den Wind abflauen, und im Nordosten standen viele Windkraftanlagen wegen Eisregens still, da die Rotorblätter vereist waren. In der Folge lag die Windstromerzeugung im Januar mit 16,64 TWh kaum über dem Niveau des ohnehin schwachen Vorjahresmonats.
Die Gewinner im Januar waren die Erdgaskraftwerke. Sie steigerten ihre Stromerzeugung gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 30 %. Strom aus Erdgas war zu diesem Zeitpunkt günstiger als Strom aus Kohlekraftwerken. Diese Mehrerzeugung war notwendig, da der Stromverbrauch infolge der kalten Witterung um etwa 6 % auf 46 TWh zunahm. Die übrigen Erzeugungsarten blieben im Vergleich zum Vorjahresmonat weitgehend unverändert und normal. Der Importüberschuss war im Januar mit 2 % gering. Der Anteil des Erneuerbaren Stroms lag bei 49,8 % des Nettostromverbrauchs. Es ist zwar die Erzeugung leicht gestiegen, aber der Verbrauch erhöhte sich überdurchschnittlich.
Der durchschnittliche Day-Ahead-Börsenstrompreis lag im Januar mit 11,01 Cent pro kWh relativ hoch. Ein windschwacher Monat treibt den Börsenstrompreis spürbar nach oben. Entsprechend dürfte auch der Marktwert von Solar- und Windstrom bei rund 10 Cent pro kWh gelegen haben.
Der Großhandelspreis für Erdgas stieg gegenüber Dezember 2025 deutlich an: von 2,92 Cent/kWh auf 3,58 Cent/kWh. Gleichzeitig waren die Erdgasspeicher Ende Januar nur noch zu etwa 33 % gefüllt – ein historischer Tiefstand. Diese Kombination erklärt den starken Preisanstieg. Ich bin gespannt, wie es mit den Erdgas-Füllständen weitergeht.