GSW setzt auf E-Busse

Bild: E-Busse

GSW setzt auf E-Busse: Serviceflotte wird elektrisch – klimafreundliche, wirtschaftlich und unabhängig

Kirchroth. Die GSW Gold SolarWind aus Kirchroth treibt ihre Nachhaltigkeitsstrategie weiter voran: Nach der vollständigen Umstellung aller Dienstautos auf batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) wird nun auch die Serviceflotte elektrifiziert. Nach längerer Suche nach passenden Fahrzeugen, die sowohl ausreichend Reichweite als auch Anhängerzuglast haben und damit praktikabel für den überwiegenden Teil der Einsätze sind, war dann der finanzielle Anreiz durch das Wachstumschancengesetz als auch eine VW-Sonderaktion ausschlaggebend für die Anschaffung von fünf neuen E-Bussen vom Typ VW ID. Buzz für die Einsätze der technischen Betriebsführer.

Damit setzt GSW ein weiteres klares Zeichen für Klimaschutz und Energieunabhängigkeit. Elektrofahrzeuge sind deutlich effizienter als klassische Verbrenner: Während ein E-Auto – inklusive Stromverlusten – einen Wirkungsgrad von rund 80 Prozent erreicht, liegt dieser bei Diesel- oder Benzinfahrzeugen bei lediglich etwa 25 Prozent. Ein Großteil der Energie geht bereits bei der Förderung, Verarbeitung und dem Transport des Kraftstoffs verloren. Zudem müssen rund 98 Prozent des benötigten Erdöls importiert werden. E-Mobilität reduziert damit geopolitische Abhängigkeiten von Energieimporten.

Solarstrom vom eigenen Dach

Neben ökologischen Aspekten überzeugt vor allem die Wirtschaftlichkeit der neuen Flotte. Je E-Bus kalkuliert GSW mit einer jährlichen Ersparnis von mindestens ca. 3.000 Euro. Die Anschaffungskosten liegen nur geringfügig über denen vergleichbarer Dieselmodelle, doch die laufenden Kosten fallen deutlich niedriger aus. Geladen werden die Fahrzeuge überwiegend mit Solarstrom aus einer firmeneigenen Photovoltaikanlage mit 230 kWp Leistung. Dadurch belaufen sich die Stromkosten auf lediglich 2,50 Euro pro 100 Kilometer. Selbst bei Bezug von Strom über einen Energieversorger entstehen Kosten von nur etwa sechs Euro pro 100 Kilometer – im Vergleich zu rund zwölf Euro für Diesel. Hinzu kommen Einsparungen durch die Befreiung von der Kfz-Steuer, geringere Wartungskosten sowie Einnahmen aus dem Verkauf der THG-Quote. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 25.000 Kilometern ergibt sich so die kalkulierte Ersparnis von etwa 3.000 Euro je Fahrzeug.

Reichweite überzeugt im Alltag

Auch die Reichweite stellt laut GSW kein Problem dar. Im täglichen Einsatz erreichen die neuen E-Busse jetzt im Winter zwischen 250 und 300 Kilometer Reichweite. „Klar wäre eine größere Reichweite noch besser, aber man muss einfach mal anfangen. Wenn jeder immer auf das Perfekte wartet, kommen wir nie voran“, so die Einstellung der beiden Inhaber und Geschäftsführer Lucia und Christian Gold. Alle Einsätze gelingen mit den E-Bussen völlig problemlos. Jeder Bus ist mit einer Ladekarte ausgestattet, mit welcher man an allen Ladesäulen tanken kann. Innerhalb von ca. 20 Minuten wäre das Fahrzeug an einer DC-Schnellladestation wieder von 10% auf über 80% aufgeladen. Jedoch müssen bei den allerwenigsten Einsätzen zwischengeladen werden. Insgesamt stehen auf dem Firmengelände 17 Ladestationen zur Verfügung. Ein intelligentes Lademanagement sorgt dafür, dass möglichst viel selbst erzeugter Solarstrom genutzt wird, ergänzt zukünftig durch einen Batteriespeicher.

Die Mitarbeiter zeigen sich begeistert vom Fahrkomfort der neuen Fahrzeuge. Das elektrische Fahren sei nicht nur leise und emissionsfrei, sondern auch „einfach cool und günstig“.

Nachhaltigkeit als Unternehmensphilosophie

Bereits 2013 begann Geschäftsführerin Lucia Gold mit der Umstellung der Dienstfahrzeuge auf Elektromobilität. Heute fährt die gesamte Firmenflotte elektrisch. Auch bei den Beschäftigten setzt sich der Trend fort: Fast die Hälfte der Mitarbeiter nutzt inzwischen privat ein E-Auto. Am Unternehmensstandort können sie ihre Fahrzeuge kostenlos laden. Bei Firmen sollte es mittlerweile Standard sein, dass Mitarbeiter ihr E-Auto unentgeltlich oder auch entgeltlich aufladen können. Eine Neiddebatte unter den Mitarbeitern gibt’s bei GSW nicht. „Anscheinend ist diese bei anderen Firmen oder Ämtern zugelassen, allerdings völlig unverständlich. Die Unternehmer oder Behördenleiter haben eine Vorbildfunktion, daher sollte diese Debatte gar nicht aufkommen.“ sagt Christian Gold. Klimaschutz ist alternativlos, Klimaschutz ist wichtig für unsere Wirtschaft. Das Laden tagsüber am Arbeitsplatz entlastet zudem noch die Netze. Das ist eine absolut notwendige und sinnvolle Ergänzung zum Netzausbau, der seit vielen Jahren stockt und den wir nicht in der Hand haben.

GSW versteht Elektromobilität als Teil eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzepts. Die Firmengebäude wurden in baubiologischer Holzständerbauweise errichtet und werden über Wärmepumpen beheizt und gekühlt – obwohl die Gasleitung bereits beim Bau an der Grundstücksgrenze lag. „Wer Strom erzeugt, sollte ihn auch in allen Bereichen nutzen“, lautet das Motto des Unternehmens.

Mit der Umstellung der Servicebusse geht GSW einen weiteren Schritt in Richtung klimafreundlicher Zukunft – und zeigt zugleich, dass sich ökologisches Handeln und wirtschaftlicher Erfolg nicht ausschließen.

Veröffentlicht von gswjogo

Fachgebiet: Erneuerbare Energien, Energiewende

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