Flughafen plant Greenwashing

Leserbrief zum Artikel „Flughafen plant Klimawald“ Seite 9 vom 14. Oktober 2021.

Der Flughafen München möchte 2030 Klimaneutral werden und plant dazu 1.900 ha Klimawald. Wenn man nachrechnet ergibt sich folgendes: 1 ha Wald speichert jährlich 10 bis 12 Tonnen CO2. Das aber nicht die ersten Jahre. 1.900 ha ergeben somit rund 20.000 Tonnen CO2. Da ist die Menge CO2 Äquivalente, welche 10.000 Personen bei einem Flug von Frankfurt nach New York und zurück verursachen oder jährlich 7.000 Autos. Was hier der Flughafen macht ist Greenwashing pur und bringt uns bei der Eindämmung der Erderhitzung nicht weiter. Wenn es nur ein Umbau von Bestandswald ist, ist es noch schlimmer.
Wir brauchen die Wälder als CO2 Senke, aber nicht als Anrechnung von Greenwashing Projekte. Damit der Flughafen CO2 neutral wird, darf er einfach keine fossile Energie verbrauchen. Diese Greenwashing Projekte sind gefährlich, weil sie vom eigentlichen Problem des Verbrennens von fossiler Energie ablenken. Man möchte damit den Menschen suggerieren, ihr könnt so weitermachen wie bisher, nur das geht einfach nicht.
Das Fliegen muss deutlich weniger werden und das Kerosin muss möglichst bald entweder biobasiert oder synthetisch mit Solar- und Windstrom hergestellt werden, auch wenn damit das Fliegen teurer wird.


Josef Gold, Kirchroth
ÖDP Kreisrat

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