Bericht für Zeitung – 30 Jahre Windenergie

Windenergieanlagen werden immer größer

Sehr großes Interesse bei dem ÖDP-Vortrag über 30-Jahr Windenergie

Rain: Windstrom ist der Lastesel der Stromerzeugung in Deutschland und hat einen Anteil von über 31 % an unserem Nettostromverbrauch. Über 5 ha groß ist die Rotorkreisfläche der größten Windanlage auf der Welt. So eine einzelne Anlage produziert so viel Strom wie die privaten Haushalte der Stadt Straubing verbrauchen. Die Leistung von Windanlagen hat sich in den letzten 30 Jahren um das 80-zigfache erhöht.

In seinen Ausführungen ging Referent Josef Gold ausführlich auf die Chancen ein, welche die Energiewende seiner Meinung nach bietet. „Die deutsche Bevölkerung ist es gewohnt überall Probleme zu suchen, auch da wo es keine gibt, nur übersieht man dabei die Lösungen. Das Jahr 2023 war im Positiven wie im Negativen ein entscheidendes Jahr. Es war weltweit das wärmste Jahr, die Erderhitzung gerät mit seinen Wetterextremen außer Kontrolle und doch haben es die Menschen in der Hand die menschengemachte Klimaerwärmung abzumildern“, erläuterte Josef Gold.

Obwohl es in Deutschland 2023 einen Rekordzubau von Erneuerbaren Energien gegeben hat, seien andere Länder schneller, betonte Gold anhand von Statistiken. China ist mittlerweile nicht nur bei der Solarenergie führend, sondern auch bei der Windenergie und in der Elektromobilität. 86 Prozent der weltweit installierten Kraftwerke waren erneuerbar und haben einen jährlichen Zuwachs von über 30 Prozent und Solarstrom ist mittlerweile in allen Ländern die billigste Stromerzeugung.

In Deutschland wurden 2023, so Gold, insgesamt 17,5 GW erneuerbare Kraftwerke neu hinzu gebaut. Damit kann Deutschland gut 4 Prozent unseres jetzigen Strombedarfs abdecken. 2024 rechnet man mit einem ähnlichen Zubau, weil sich gerade die Baugenehmigungen von Windanlagen verdoppelt haben. Leider liegt Bayern an hinterster Stelle. Im Jahr 2023 betrug der Anteil des Stroms aus Windenergie, Solar, Biomasse und Wasser 57 Prozent – ein neuer Rekord. In den Monaten Januar bis April 2024 betrug der erneuerbare Strom über 60 Prozent.

Gold zeigte anhand von Bildern, wie sich die Windanlagen in den letzten 30 Jahren verändert haben. Von 20 Metern Rotordurchmesser und 40 Meter Nabenhöhe, werden heute Anlagen mit 175 Metern Rotordurchmesser und Nabenhöhen bis 199 Metern gebaut. Moderne Windanlagen an Land bringen auf mittleren Standorten 3.000 Volllaststunden.

Solarpaket 1: Lange hat es gedauert, bis das Solarpaket 1 vom Bundestag verabschiedet wurde. Es bringt Bürokratieabbau und Verbesserungen bei den Solar-Dachanlagen. Endlich können auch Mieter über die sogenannten „Steckersolaranlagen“ auf ihren Balkonen Strom zum Eigenverbrauch erzeugen. Äußerst merkwürdig war die Begründung der Ablehnung von Balkonkraftwerken durch die AFD im Bundestag. Strom sollen nach AFD-Meinung nicht die Bürger oder Mieter erzeugen, sondern die großen Konzerne und Bürger können dann den Strom nach ihren Bedarf dort einkaufen. Die AFD, wie auch die FDP und das Bündnis Sahra Wagenknecht wollen das EEG abschaffen so Gold. Das wäre ein großer Rückschlag für die Energiewende.

Fazit des Vortrages:

Windenergieanlagen tragen die Hauptlast der Stromerzeugung und sind damit die wichtigste Stromerzeugungsart. Im Endausbau brauchen wir neben Wasserkraft, Biomasse zwei Drittel Windstrom und ein Drittel Solarstrom. Mit diesen Mix brauchen wir die wenigsten Speicher und haben das sicherste Stromnetz. Hohe Windenergieanlagen an guten Standorten erzeugen auch bei schwachen Wind mehr Strom und der ist am wertvollsten. Windanlagen sollen dezentral aufgestellt werden, denn damit wird das Windstrom Angebot geglättet und die Zeiten mit einzelnen Flauten ausgeglichen und verringert. Schwache Windstandorte, und geringe Nabenhöhen bringen für die Energiewende wenig. Die letzten 10 bis 15 Jahren wurde der Netzausbau politisch vernachlässigt oder sogar, wie in Bayern blockiert, das führt jetzt zu Abschaltungen von Solar- und Windanlagen. Im letzten Winter (November 2023 bis Februar 2024) gab es max. nur an vier aufeinanderfolgenden Tagen sogenannte Dunkelflauten.

Veröffentlicht von gswjogo

Fachgebiet: Erneuerbare Energien, Energiewende

Ein Kommentar zu “Bericht für Zeitung – 30 Jahre Windenergie

  1. Hallo Josef,

    super ist dein Artikel geworden – ich habe ein paar ganz kleine Ergänzungen, weil es wichtig ist, auf was sich deine Erläuterungen beziehen. Jemand, der nicht dabei war, schließt vielleicht dann falsche Schlüsse. Ob ich den Bezug richtig wiedergegeben habe, musst du als Fachmann entscheiden – in jedem Falle ganz großen DANK für deine Überzeugungsarbeit!!!!

    Herzliche Grüße

    Martha Altweck-Glöbl

    Stellvertretende ÖDP-Landesvorsitzende Bayern

    Stellvertetende Landrätin Straubing-Bogen

    http://www.oedp-bayern.de http://www.oedp-bayern.de/

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