Entwicklung der Energiepreise

Grafik: Darstellung der Preise von 2020 bis 2024; Umrechnung: z.B. 50 €/MWh sind 5 Cent/kWh

Strompreise und Erdgaspreise hängen durch den Merit-Order-Effekt zusammen. Das bedeutet, dass der Strom aus Gaskraftwerken vor allem auch den Börsenstrompreis bestimmt. Wenn man von Energiekrise sprechen möchte, dann hat diese bereits 2021 begonnen, also vor dem Ukraine Krieg. Die Preise von Erdgas, Strom und auch der CO2 Preis sind von 2020 zu 2021 extrem gestiegen. Das hatte folgende Gründe: 1.) Wegen eines Gerichtsurteils (Erdbeben wegen Erdgasförderung) in den Niederlanden, reduzierte die Niederlande die Erdgasimporte nach Deutschland. 2.) Im III/2021 merkte man, dass in Deutschland die Erdgasspeicher fast leer sind. Im Vorfeld zum Ukraine Krieg hatte Gazprom die Erdgasspeicher nicht mehr regelmäßig gefüllt, um Deutschland abhängiger von Russland zu machen. Da der größte Erdgaspeicher zuvor, mit Zustimmung der damaligen Bundesregierung, an Gazprom übereignet wurde, fiel das nicht auf, bzw. interessierte niemanden. Es musste als zusätzlich schnell Erdgas beschafft werden, was die Preise in die Höhe trieb. 3.) Durch den trockenen Sommer und technischer Probleme produzierten die französischen Atomkraftwerke deutlich weniger Strom und so musste Frankreich in Deutschland Strom zukaufen. Diese drei Punkte waren entscheidend für den Preisanstieg 2021, obwohl noch 6 Atomkraftwerke in Deutschland Strom produzierten.

2022 kam der Ukraine Krieg dazu und der Stopp der Erdgaslieferungen aus Russland. Der Ausfall von etlichen französischen Atomkraftwerken dauerte bis Anfang 2023. Deshalb gab es 2022 den großen Sprung nach oben. Durch den starken Zubau von Sonne und Wind, gingen die Preise ab 2023 wieder zurück, aber nur langsam. Zum Vergleich zu 2020 liegen die Erdgaspreise 2024 noch 363 % über dem Niveau, beim Strom sind es noch 259 %. 2020 hatten die Erneuerbaren Energieträger einen Anteil von 44 % am Nettostromverbrauch, 2024 werden es 56 % werden. Der CO2-Preis müsste eigentlich jedes Jahr steigen, aber durch die Steigerung des Stroms aus Sonne und Wind, wird deutlich weniger Kohle und Erdgas verstromt, somit werden weniger CO2 Zertifikate gebraucht. Weniger Nachfrage mindert den Preis. Auch die französischen AKW’s produzierten wieder voll.

Ausblick: Durch den starken Zubau von PV- und Windanlagen in den nächsten Jahren, wird der Börsenstrompreis weiter fallen. Bis 2030 rechnet man mit 5 bis 6 Cent je kWh. Auch der Erdgaspreis wird zurückgehen aber wohl nicht so stark wie der der Strompreis. Derzeit beträgt der Erdgaspreis, wegen der Probleme bei der Durchleitung von russischen Erdgas durch die Ukraine nach Ungarn und die Slowakei, wieder 45 € je MWh.

Zum Jahresende möchte ich mich bei Euch bedanken, dass Ihr meine Homepage abonniert habt. Ich wünsche allen ein gutes, neues Jahr in Frieden und sozialer Gerechtigkeit. Ich bin mir sicher, es wird nicht nur im Bereich der Erneuerbaren Energien, wieder ein spannendes Jahr. Bleiben Sie gesund.

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