PV Zubau Landkreis SR-BOG 2024

Grafiken: Verteilung des Zubaus sowie Zubau bis 2024

2024 wurden mit 2.063 (Vorjahr 2165) Photovoltaikanlagen etwas weniger Anlagen gebaut als im Vorjahr, die installierte Leistung betrug 109 MW (Vorjahr 104 MW). Die gesamte installierte Leistung aller PV-Anlagen im Landkreis beträgt Ende 2024 695 MW. Zum Vergleich, in der Stadt Straubing wurden 2024 538 Anlagen mit einer Leistung von 7,7 MW dazu gebaut. Bei den Biomasseanlagen wurde eine Anlage mit 150 kW Leistung stillgelegt. Insgesamt sind im Landkreis Ende 2024 60 Biomasseanlagen mit 13,1 MW in Betrieb. Auch bei den Wasserkraftanlagen wurde eine Anlage stillgelegt, somit produzieren jetzt noch 70 Anlagen mit einer Nennleistung von 1,3 MW sauberen Strom. Wenn der Landkreis in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr, klimaneutral werden will, müsse sich die Leistung der Photovoltaikanlagen auf 1.400 MW erhöhen und die Anzahl der Windanlagen von jetzt 3 Anlagen auf 25 steigen.

Trend zu größeren Anlagen sowie Balkonkraftwerken

Im Vergleich zu Vorjahr fällt auf, dass wieder größere Anlagen im Segment über 30 kWp gebaut wurden.  Den größten Sprung machten hier die Anlagen über 100 kWp. Erfreulich aber auch die Verdoppelung der sogenannten Balkonkraftwerken. Die Stadt Bogen war beim Zubau mit 48,7 MW mit Abstand absoluter Spitzenreiter im Landkreis vor Geiselhöring mit 12,6 MW und Hunderdorf mit 9,6 MW. Für die Energiewende im Landkreis sind jetzt der Ausbau der Stromnetze durch Bayernwerk und Tennet sowie die Installation von Großspeichern die wichtigsten Punkte. Durch den nötigen Zubau von Solar- und Windanlagen sowie den Preisverfall bei chemischen Großspeichern sind solche Großspeicher mittlerweile wirtschaftlich zu betreiben und sind im größeren MW-Maßstab im Landkreis in Planung.

Mit 1.124 (Vorjahr 1.147) Stromspeichern im Jahr 2024 mit einer Gesamtkapazität von 10,7 MW (Vorjahr 8,6 MW) wurde etwas mehr Speicherkapazität installiert als im Vorjahr. Die durchschnittliche Speichergröße betrug 9,5 kWh (Vorjahr 7,5 kWh). Wichtigste Aufgabe wäre bei den Heimspeichern, dass sie netzdienlich gefahren werden.

Solarstrom ist billig

Der Strom aus großen Solar-Freiflächenanlagen ist mittlerweile mit ca. 4 Cent/kWh Erzeugungskosten die günstigste Stromerzeugungsquelle. Die Zuschläge durch die Bundesnetzagentur für die Freiflächenanlagen betragen mittlerweile unter 5 Cent/kWh. Durch den Zubau von neuen Solar- und Windanlagen hat sich der Strompreis 2025 für die Verbraucher wieder verbilligt.  Durch die Nutzung des Solarstroms im eigenen Haus (Eigenverbrauch) kann der Betreiber sich eine Preisstabilität auf 30 Jahre sichern. Die Sonneneinstrahlung im Landkreis lag um bis zu 5 % unter dem Vorjahr.

2024 war das Jahr mit mehreren Rekorde

2024 war wieder ein entscheidendes Jahr für die Energiewende im Strombereich. Vom Bürokratieabbau, dem Zubau von Anlagen, sowie der Erzeugung von sauberen Strom, gab es mehrere Rekorde in Deutschland. Beim Bürokratieabbau gibt es jetzt klare Regelungen bei den sogenannten Balkonkraftwerken. Die wichtigste Änderung für Betreiber von kleineren Photovoltaik- Dachanlagen bis 30 kWp ist die Steuerfreiheit bei der Einkommens- und Gewerbesteuer. Deutschlandweit wurden mit 16 GW so viel Solarleistung installiert wie noch nie und das Ziel der Bundesregierung wurde um 3 GW überschritten. Bei der Windenergie wurden mit über 2.000 Windanlagen (12 GW) ebenfalls ein neuer Rekord bei der Genehmigungen von Windanlagen aufgestellt und dieser Rekord ohne zutun von Bayern. Noch nie wurde in einem Jahr so wenig Kohlestrom erzeugt wie 2024. Wir hatten den saubersten Strom seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland. Solar-, Windanlagen und Co. erzeugten 2024 über 58 % des Nettostromverbrauchs. Allein der Eigenverbrauch von eigenen Photovoltaikanlagen macht mittlerweile 2,7 % des Stromverbrauchs aus. 2024 war aber weltweit mit 1,6 Grad über den globalen Mittelwert das wärmste Jahr seit das es Temperatur-Aufzeichnungen gibt. In Deutschland betrug die Temperaturabweichung schon plus 2,5 Grad und in der Arktis plus 4 bis 5 Grad. Auch das war ein Rekord im negativen Sinne. Große Baustellen gibt es aber bei der Energiewende im Bereich der Mobilität und der Wärme. Hier kommt man wegen der Öl- und Gas Lobby nicht voran.

Der Erfolg der erneuerbaren Energien im Jahr 2024 ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Durch die Bundesregierung wurden an mehreren Stellen die Rahmenbedingungen erheblich verbessert. Auch der Wunsch vieler Hausbesitzer, ein Stück weit mit einer Photovoltaikanlage und Speicher unabhängiger zu sein führte zu der hohen Nachfrage. Die Börsenstrompreise haben sich 2024 aber wieder normalisiert. Lag der Börsenstrompreis (day ahead) 2022 noch bei über 20 Cent je kW und 2023 bei 9,5 Cent so sank er 2024 auf 7,9 Cent je kWh.

Trotz des Erfolgs 2024 gibt es noch viel zu tun. In unserem Landkreis wird der Strombedarf durch die Umstellung der Wärmeerzeugung weg von Öl und Gas auf elektrische Wärmepumpen und Biomasse sowie die Elektrifizierung des Verkehrs um das 2,5-fache zunehmen. Außerdem muss das Land die Städte mit Energie versorgen.  Bayern möchte bis 2040 klimaneutral werden. Das bedeutet, das aus für Öl (Heizöl, Benzin, Diesel) und fossiles Gas.

Thema: Windenergie

Viel gibt es bei der Windenergie zu tun. In unserem Landkreis gäbe es Platz für 25 Windenergieanlagen die wirtschaftlich zu betreiben wären. Derzeit gibt es drei Anlagen in Wiesenfelden mit einer Gesamtleistung von 11,1 MW. Moderne Windenergieanlagen, die heute gebaut werden, haben eine Nennleistung von ca.  7 MW, eine Nabenhöhe und einen Flügeldurchmesser von jeweils über 165 Meter. Großer Bremsklotz ist hier der regionale Planungsverband Donau-Wald. Er ist zeitlich mit der Ausweisung von Windvorrangflächen in Verzug. Auch deshalb kommt Bayern mir der Windenergie nicht voran.  Windstrom wird gerade im Winter benötigt und ergänzt den Solarstrom.

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