Jahresrückblick Stromerzeugung 2025

Grafik zeigt den Anteil der Erneuerbaren Stromproduktion je Monat

Das Jahr 2025 ist abgeschlossen, und ich möchte einen Überblick geben. In diesem Beitrag geht es um den Anteil des erneuerbaren Stroms am Nettostromverbrauch. Weitere Beiträge zu den Themen Dunkelflauten, Importüberschuss, Börsenstrompreise und französische Kernkraftwerke folgen.

Das Jahr 2025 war sonnenreich, aber windschwach. Die Sonneneinstrahlung lag in unserer Region 5 bis 6 % über dem Niveau von 2024. Die Solarstromproduktion hätte 2025 noch höher ausfallen können, wenn es im Juli nicht zu einem deutlichen Einbruch gekommen wäre. Im Jahr 2024 war der Juli hingegen der ertragsstärkste Monat.

Das Windaufkommen war deutschlandweit rund 15 % geringer. Besonders die Wintermonate blieben deutlich unterdurchschnittlich, vor allem Februar und März 2025. Lediglich die Monate Juni, September und Oktober erreichten normale Werte, wobei der Oktober der windreichste Monat war. Üblicherweise liegen die windstärksten Monate jedoch zwischen November und Februar.

Insgesamt war 2025 rund 17 % trockener als der langjährige Durchschnitt, während 2024 zu nass ausfiel. Dies erklärt den Rückgang der Stromerzeugung aus Wasserkraft um etwa 20 %. Auch die Stromerzeugung aus Biomasse setzte ihren rückläufigen Trend fort und sank 2025 um rund 3 %.

Auffällig war 2025 die starke Spreizung zwischen den einzelnen Monaten. Normalerweise ergänzen sich Solar- und Windstrom gut. Der Anteil erneuerbarer Energien lag im Februar mit 42,2 % am niedrigsten und im Juni mit 71,4 % am höchsten. Zum Vergleich: 2024 bewegte sich die Spreizung zwischen 45,6 % und 61,3 %.

Einen neuen Rekord gab es bei den negativen Stunden an der Strombörse. Während es 2024 noch 457 Stunden mit negativen Preisen waren, stieg diese Zahl 2025 auf 575 Stunden.

Es bleibt spannend mit der Hoffnung auf ein besseres Windjahr.

2 Kommentare zu „Jahresrückblick Stromerzeugung 2025

  1. Vielen Dank für Ihre interessanten Aufsätze.

    Gibt es einen realistischen Windaufkommen-Vergleich, bezogen auf die Fläche des jeweiligen Bundeslandes. Konkret wäre doch interessant wie ein Vergleich Bayern zu den anderen Bundesländern bzw. Deutschland ausfällt.

    Viele Grüße und ein gute Neues Jahr

    Anton Bachl

    >

    1. hallo Herr Bachl, ein Windaufkommen-Vergleich auf die einzelnen Bundesländer gibt es so einfach nicht, weil es innerhalb der Bundesländer großen Unterschiede. Aber allegemein ist der Wind im Norden wesentlich stärker als im Süden. Aber auch in Bayern gibt es Standorte mit mehr als 2.500 Volllaststunden (Franken). Offschore Windanlagen kommen auf bis zu 4.000 Volllaststunden. An der Küste über 3.000 Volllaststunden. Die Wirtschaftlichkeit einer Windanlage ist ab 2.000 Volllaststunden gegeben. Die Anlagen in Wiesenfelden haben 2.050 Volllaststunden. Neuere Anlagen haben durch ihre Größe höhere Volllaststunden als die bisherigen.

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