Stromproduktion April 2026

Grafik: Stromerzeugung nach Energieträgern (Säulendiagramm)

Wenn wir in den letzten Tagen draußen unterwegs waren, konnten wir es deutlich spüren: Solar- und Windstrom erreichten im April Höchstwerte. Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,5 °C lag der April um 0,43 °C über dem Wert vom April 2025. Zum Vergleich: Im April 1881 war es in Deutschland rund 3 °C kälter.

Der Anteil erneuerbarer Energien am Nettostromverbrauch stieg im April auf 65,2 %. Gleichzeitig nahm der Stromverbrauch gegenüber dem Vorjahr um 2 % zu. Die Stromerzeugung aus Solar- und Windenergie lag nahezu gleichauf: Die Windstromproduktion betrug 9,62 TWh und lag damit 66 % über dem sehr schwachen Vorjahreswert. Die Solarstromerzeugung stieg um 13 % auf 9,69 TWh, was vor allem auf den weiteren Ausbau der PV-Anlagen zurückzuführen ist. Die Stromerzeugung aus Biomasse und Wasserkraft blieb hingegen unverändert.

Die Stromproduktion aus Kohlekraftwerken verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 13 %, während Gaskraftwerke etwa gleich viel Strom lieferten wie im Vorjahresmonat. Sie dienen insbesondere als flexible Ergänzung zur schwankenden Einspeisung aus Solarenergie.

Interessant ist auch die Entwicklung des durchschnittlichen Day-Ahead-Börsenstrompreises im April 2026: Trotz eines Anstiegs des Großhandels-Gaspreises um 27 % gegenüber dem Vorjahresmonat blieb der Börsenstrompreis mit 7,85 ct/kWh nahezu unverändert. Die gestiegenen Öl- und Gaspreise führen jedoch dazu, dass Deutschland in diesem Jahr rund 20 Milliarden Euro mehr für Energieimporte ausgeben muss und die Inflation um etwa 1 % steigt. Ein Anstieg der Inflation um 1 % bedeutet Mehrkosten von etwa 25 Milliarden Euro für die Verbraucher bzw. rund 300 Euro pro Person.

Der April war zudem von zahlreichen negativen Strompreisen an der Börse geprägt. Dieses Phänomen tritt nicht nur in Deutschland, sondern in vielen europäischen Ländern auf. Davon profitieren insbesondere Unternehmen (Industrie) sowie Haushalte mit dynamischen Stromtarifen. Wer beispielsweise sein E-Auto gezielt zu Zeiten niedriger oder negativer Preise lädt, kann seine Energiekosten erheblich senken. Auch Netzbetreiber können Strom günstiger einkaufen, was langfristig allen Verbrauchern zugutekommt.

Um diese Entwicklungen zu steuern, sind ein beschleunigter Ausbau von Energiespeichern, leistungsfähigere, intelligente Stromnetze und ein steigender Stromverbrauch durch die Elektrifizierung von Verkehr und Wärme entscheidend. Für diese Bereiche bräuchte es klare Vorgaben der Regierung. Gerade durch neue Förderprogramme können Elektroautos mittlerweile zu sehr günstigen monatlichen Raten von unter 150 Euro geleast werden.

Veröffentlicht von gswjogo

Fachgebiet: Erneuerbare Energien, Energiewende

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