Stromproduktion Mai 2026

Grafik: Stromerzeugung nach Energieträgern (Säulendiagramm)

Viel Solarstrom, wenig Windstrom – so lässt sich die Stromerzeugung im Mai 2026 zusammenfassen. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Nettostromverbrauch betrug 63,7 % und lag damit über dem bisherigen Jahresdurchschnitt von 57,7 %.

Dieses gute Ergebnis war jedoch ausschließlich auf die hohe Solarstromerzeugung zurückzuführen. Die Photovoltaikanlagen erzeugten 10,90 TWh Strom und deckten damit gut 30 % des Nettostromverbrauchs. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht dies einer Steigerung von 11 %. Ursache dafür waren sowohl der weitere Zubau neuer Anlagen als auch das sonnige Wetter. Zudem wurde ein neuer Rekord aufgestellt: Noch nie wurde in einem Monat so viel Solarstrom erzeugt wie im Mai 2026.

Die Windkraftanlagen verrichteten dagegen eher „Dienst nach Vorschrift“. Mit 7,39 TWh produzierten sie rund 24 % weniger Strom als im Vorjahresmonat. Die Stromerzeugung aus Biomasse blieb mit 3,15 TWh nahezu unverändert und lag damit auf dem gleichen Niveau wie die Stromerzeugung aus Gaskraftwerken.

Die Stromerzeugung aus Kohle nahm wegen dem fehlenden Windstrom dagegen wieder zu und lag um 25 % über dem Vorjahreswert.

Der Stromverbrauch lag im Mai 2026 um 1 % unter dem Wert des Vorjahresmonats. Das liegt wohl daran, dass aufgrund der hohen Solarerträge mehr Strom direkt (Eigenverbrauch) verbraucht wurde. Mittlerweile werden rund 4 % des erzeugten PV-Stroms unmittelbar selbst genutzt. Dieser Eigenverbrauch ist in der Tabelle nicht enthalten, da er statistisch nicht vollständig erfasst werden kann.

Aufgrund der schwachen Windstromerzeugung stieg der Börsenstrompreis auf durchschnittlich 9,75 Cent pro kWh (Vorjahr: 7,85 Cent pro kWh). Der fehlende Windstrom wurde durch fossile Kraftwerke ersetzt, deren Stromerzeugung deutlich teurer ist. Die einfache Lösung wären hier Speicher. Der Marktwert für Windstrom betrug im Mai 9,6 Cent pro kWh und für Solarstrom 3,4 Cent.

Der Mai war in diesem Jahr rund 2 Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt und zudem zu trocken. Aktuell deutet jedoch vieles darauf hin, dass der Juni das Niederschlagsdefizit zumindest teilweise ausgleichen wird.

Veröffentlicht von gswjogo

Fachgebiet: Erneuerbare Energien, Energiewende

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