
Grafik: Stromerzeugung nach Energieträgern (Säulendiagramm)
Der Juni 2026 war ein außergewöhnlicher Monat, der vielen in Erinnerung bleiben wird. Deutschland mit einem Allzeittemperaturrekord am Tag von 41,7 Grad und in der Nacht von 29,5 Grad. Ebenso gab es Temperaturrekorde in sieben weiteren EU-Ländern. In 252 Wetterstationen in Deutschland wurden neue Höchsttemperaturen gemessen und an 40 Messorten wurde sogar die 40-Grad-Marke überschritten. Der Juni war um 4,6 Grad zu warm.
Der menschengemachte Klimawandel machte nach Analysen die Temperatur um 3,5 Grad heißer, bzw. ohne Klimawandel wäre es 3,5 Grad kühler. Europa ist der Kontinent, der sich infolge der Klimakrise am schnellsten erwärmt. Leider ist damit zu rechnen, dass solche Extremereignisse künftig häufiger und noch extremer auftreten werden.
Zu der Stromerzeugung im Juni. Viel Solarstrom, normaler Windstrom – so lässt sich die Stromerzeugung im Juni 2026 zusammenfassen. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Nettostromverbrauch betrug 64,3 % und lag damit über dem bisherigen Jahresdurchschnitt von 58,4 %.
Dieses gute Ergebnis war jedoch ausschließlich auf die hohe Solarstromproduktion zurückzuführen. Die Photovoltaikanlagen erzeugten 11,16 TWh Strom und deckten damit gut 30 % des Nettostromverbrauchs. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht dies einer Steigerung von 8 %. Die Steigerung hätte höher ausfallen können, aber durch die Hitze sank der Wirkungsgrad der Solarmodule um 10 %. Zudem wurde ein neuer Rekord aufgestellt: Noch nie zuvor wurde in einem Monat so viel Solarstrom erzeugt wie im Juni 2026.
Die Windkraftanlagen verrichteten dagegen eher wieder „Dienst nach Vorschrift“. Mit 7,90 TWh produzierten sie rund 25 % weniger Strom als im überdurchschnittlichen Vorjahresmonat. Strom aus Biomasse und Wasserkraft ging leicht zurück.
Die Stromerzeugung aus Kohle und Gas nahm dagegen wieder zu und lag um 25 % über dem Vorjahreswert. Ein Grund dafür dürfte die geringere Windstromausbeute sowie der erhöhte Verbrauch bei den Hitzetagen sein.
Der Stromverbrauch erhöhte sich im Juni 2026 um 4 %. Ein wesentlicher Grund dürfte der erhöhte Einsatz von Klimaanlagen zur Kühlung von Gebäuden und Rechenzentren sein. Nicht berücksichtigt ist hier der solare Eigenverbrauch. Mittlerweile werden rund 4 % des erzeugten Photovoltaikstroms unmittelbar selbst genutzt.
Der höhere Stromverbrauch musste insbesondere in den Abendstunden durch fossile Kraftwerke gedeckt werden. Dies führte zusammen mit der schwachen Windstromerzeugung an den Hitzetagen zu deutlich höheren Börsenstrompreisen. Der durchschnittliche Börsenstrompreis lag im Juni bei 10,95 Cent pro kWh. Am Abend des 24. Juni erreichte er sogar für eine Stunde einen Spitzenwert von 74,7 Cent pro kWh.
Deshalb sind Großspeicher dringend notwendig, um den überschüssigen Solarstrom mittags zu speichern und abends ins Netz einzuspeisen. Ebenso eine flexiblen Verbrauch, also das E-Auto am besten Samstag oder Sonntagmittag aufladen.