Stromproduktion August 2026

Stromerzeugung im August 2026: Erneuerbare erreichen 68,6 Prozent

Die Werte in der Grafik beinhalten jetzt auch den Eigenverbrauch. Gerade beim Solarstrom ist das wichtig, da ein Teil des erzeugten Stroms direkt vor Ort verbraucht wird und deshalb nicht in der öffentlichen Stromerzeugung erscheint.

Im August 2026 betrug der Anteil der erneuerbaren Energien am Nettostromverbrauch 68,6 %. Damit war der August der zweitbeste Monat nach dem Juli 2026 mit 70 %.

Besonders stark war die Solarstromproduktion: Mit 12,63 TWh erreichte sie einen Anteil von rund 35 % am Nettostromverbrauch – ein hoher Wert. Auch die Windenergie lieferte mit 10,02 TWh einen neuen August-Rekord und deckte damit rund 26,5 % des Nettostromverbrauchs. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht dies einer Steigerung von 27 %.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Nettostromverbrauch stieg dadurch im Jahresdurchschnitt auf über 60 %.

Erwartungsgemäß ging die Stromerzeugung aus Wasserkraft aufgrund der anhaltenden Trockenheit deutlich zurück – um rund 40 %. Auch die Stromerzeugung aus Biomasse nahm leicht ab.

Bei den fossilen Energieträgern wurde weniger Strom aus Braunkohle und Erdgas erzeugt. Bei den Gaskraftwerken hat der weiterhin hohe Gaspreis zum Rückgang beigetragen haben. Gegenüber dem Jahresanfang hat sich der Erdgas-Großhandelspreis verdoppelt. Einen Teil dieses Rückgangs aus Erdgaskraftwerken glichen Steinkohlekraftwerke aus.

Trotz des hohen Anteils erneuerbarer Energien lag der durchschnittliche Börsenstrompreis im August bei 12,69 Cent je kWh. Aufgrund des Merit-Order-Effekts bestimmen die noch benötigten Kohle- und Gaskraftwerke den Börsenstrompreis und nicht die günstigen Erzeugungskosten von Wind- und Solarstrom.

Hinzu kam im August eine ungewöhnlich geringe Verfügbarkeit von Atomstrom in einigen europäischen Ländern. Atomkraftwerke in Frankreich, der Schweiz, Rumänien und Ungarn mussten aufgrund fehlenden Kühlwassers teilweise ihre Leistung reduzieren. In Rumänien ist ein Reaktor weiterhin abgeschaltet.

Das hatte auch Auswirkungen auf die europäischen Strompreise. Seit Mai ist der Börsenstrompreis in Frankreich um rund 130 % gestiegen, in Deutschland um etwa 30 %. Auch in den meisten anderen europäischen Ländern stiegen die Preise um mehr als 30 %. Eine Ausnahme bildeten nur die skandinavischen Länder, in denen die Preise weitgehend unverändert blieben.

Die ungewöhnlich geringe Verfügbarkeit von Atomstrom sowie die schwache Wasserkraftproduktion infolge der Trockenheit trugen damit ebenfalls zu den höheren Börsenstrompreisen in Europa bei.

Veröffentlicht von gswjogo

Fachgebiet: Erneuerbare Energien, Energiewende

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