Stromproduktion im Oktober 2026

Stromerzeugung im Oktober 2026: Erneuerbare erreichen 60 Prozent

Die Werte in der Grafik beinhalten jetzt auch den Eigenverbrauch. Gerade beim Solarstrom ist das wichtig, da ein Teil des erzeugten Stroms, wie auch Erdgasstrom direkt vor Ort verbraucht wird und deshalb nicht in der öffentlichen Stromerzeugung erscheint.

Der Oktober 2026 war ein sehr guter Solarmonat und ein leicht unterdurchschnittlicher Windmonat. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Nettostromverbrauch einschließlich Eigenverbrauch lag bei 60 Prozent. Damit war der Oktober ein durchschnittlicher Monat. Im bisherigen Jahresverlauf kommen die erneuerbaren Energien ebenfalls auf rund 61 % des Stromverbrauchs – etwa 6 Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Solarstromerzeugung war nicht nur wegen dem Zubau um 27 % über dem Vorjahresmonat, sondern vor allem wegen der hohen Sonneneinstrahlung. Die Windstromerzeugung war leicht unterdurchschnittlich und somit 12 % unter dem Oktober 2025. Die Windanlagen erzeugten im Oktober 14,55 TWh Strom und deckten damit rund 34 Prozent des Nettostromverbrauchs.

Erwartungsgemäß ging die Stromerzeugung aus Wasserkraft aufgrund der anhaltenden Trockenheit erneut um 64 % zurück.

Interessant ist die Entwicklung bei den fossilen Energieträgern: Auch Kohle und Erdgas erzeugten deutlich mehr Strom. Die Zunahme lag bei etwa 22 Prozent. Ursache waren unter anderem die gestiegene Stromnachfrage und die hohen Börsenstrompreise in Europa. Im Oktober wurden 1,9 Prozent der deutschen Stromerzeugung ins Ausland exportiert (Exportüberschuss).

Die Börsenstrompreise kennen nur eine Richtung nach oben. Im Oktober betrug der Börsenstrompreis 16,28 Cent je kWh, fast doppelt so hoch wie im Vorjahresmonat. Das liegt im Wesentlichen an dem stark gestiegenen Gaspreis. Dieser hat sich gegenüber dem Vorjahr verdreifacht und er steigt weiter, weil unsere Gasspeicher nur zu 62 % gefüllt sind. Das freut die Betreiber von Wind- und Solaranlagen, da sie für ihren erzeugten Strom in vielen Fällen einen höheren Preis bekommen als die EEG-Vergütung.

Die hohen Gaspreise, die unter anderem durch die Spannungen im Nahen Osten beeinflusst werden, sowie die außergewöhnliche Trockenheit mit geringerer Stromerzeugung aus Wasserkraft und auch aus thermischen Kraftwerken (AKW, Steinkohlekraftwerke) haben zusammen mit den globalen Unsicherheiten den europäischen Strommarkt belastet. Dadurch erreichten die Strompreise im Oktober in ganz Europa ein Jahreshoch. In Ländern mit einem geringeren Anteil erneuerbarer Energien fiel der Preisanstieg besonders deutlich aus.

Veröffentlicht von gswjogo

Fachgebiet: Erneuerbare Energien, Energiewende

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