2023 Zubau PV-Anlagen im Landkreis

2.165 Photovoltaikanlagen wurden 2023 mit einer Leistung von 104 MW zugebaut – Steigerung um 270 % gegenüber 2022

2023 wurden mit 2165 Photovoltaikanlagen mehr als doppelt so viele Anlagen dazu gebaut als im Vorjahr, die installierte Leistung betrug 104,4 MW (Vorjahr 38,59 MW). Die gesamte installierte Leistung aller PV-Anlagen im Landkreis beträgt Ende 2023 579,3 MW. Bei den anderen erneuerbaren Anlagen ändert sich bis auf eine kleine Leistungsänderung bei einer Biogasanlage nichts. Wenn der Landkreis in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr, klimaneutral werden will, müsse sich die Leistung der Photovoltaikanlagen auf 1.400 MW erhöhen und die Anzahl der Windanlagen von jetzt 3 Anlagen auf 25 steigen.

Trend zu größeren Anlagen

Im Vergleich zu Vorjahr fällt auf, dass wieder größere Anlagen im Segment über 10 kWp gebaut wurden.  Den größten Sprung machten hier die Anlagen bis 100 kWp. Es wurden dreimal mehr Leistung dazu gebaut als im Vorjahr 2022. Die Gemeinde Atting war beim Zubau mit 28,5 MW Spitzenreiter im Landkreis, gefolgt von Niederwinkling (21,2 MW) und Rain (19,1 MW). Für die Energiewende ist der Ausbau der Stromnetze eines der wichtigsten Punkte. Für die Verbindung der Mittelspannungsnetze (20 kV) zu den Hochspannungsnetz (110 kV) sind Umspannwerke von Bedeutung. Im Landkreis wurden 2023 von den Bayernwerken in Bogen ein Umspannwerk in Betrieb genommen und von GSW ein Umspannwerk in Atting.  

Mit 1.147 Stromspeichern im Jahr 2023 mit einer Gesamtkapazität von 8,6 MW wurde wesentlich mehr Speicherkapazität installiert als im Vorjahr. Hier betrug die Steigerung 230 %. Die durchschnittliche Speichergröße betrug 7,5 kWh (Vorjahr 6,25 kWh). Das ist aber für ein normales Einfamilienhaus noch zu wenig. In vier bis fünf Jahren werden auch bei uns im Landkreis Großspeicher installiert.

Solarstrom ist billig

Strom aus großen Solar-Freiflächenanlagen ist mittlerweile mit unter 5 Cent/kWh Erzeugungskosten die günstigste Stromerzeugungsquelle. Die Zuschläge durch die Bundesnetzagentur für die Freiflächenanlagen betrugen 2023 zwischen 5,8 und 6,5 Cent/kWh. Durch den Zubau von neuen Solar- und Windanlagen verbilligt sich der Strompreis für die Verbraucher.  Durch die Nutzung des Solarstroms im eigenen Haus (Eigenverbrauch) kann der Betreiber sich eine Preisstabilität auf 30 Jahre sichern. Die Sonneneinstrahlung im Landkreis lag um ca. 7 % unter dem Vorjahr.

2023 war das Jahr mit mehreren Rekorde

2023 war ein entscheidendes Jahr für die Energiewende im Strombereich. Vom Bürokratieabbau, dem Zubau von Anlagen, sowie der Erzeugung von sauberen Strom, gab es mehrere Rekorde in Deutschland. Beim Bürokratieabbau gibt es jetzt klare Regelungen bei den sogenannten Balkonkraftwerken. Die wichtigste Änderung für Betreiber von kleineren Photovoltaik- Dachanlagen ist die Steuerfreiheit bei der Einkommens- und Gewerbesteuer, bei Anlagen bis 30 kWp (max. 100 kWp). Deutschlandweit wurden mit 13,8 GW 80 % mehr Solarleistung installiert als im Vorjahr und das Ziel der Bundesregierung wurde um 4,8 GW überschritten. Auch der Zubau von Windenergieanlagen legte um 50 % zu. Die neu zugebauten Solar- und Windenergieanlagen mit 17,7 GW können 4,5 % des derzeitigen Strombedarfs abdecken. In der 51. Kalenderwoche 2023 erzeugten die Erneuerbaren 84 % des Nettostromverbrauchs. Am 24. und 25. Dezember erreichten, die Wind- und die anderen erneuerbaren Energien 32 Stunden am Stück über 100 % des Nettostromverbrauchs und niemand hats, gemerkt. Die 30.000 Windanlagen erzeugten 2023 30,9 % des deutschen Strombedarfs und damit 22 % mehr als die Stein- und Braunkohlekraftwerke zusammen. Noch nie wurde in einem Jahr so wenig Kohlestrom erzeugt wie 2023. Solar-, Windanlagen und Co. erzeugten 2023 58 % des Nettostromverbrauchs bzw. 52 % des Bruttostromverbrauchs. Das sind alles gute Nachrichten für die Energiewende im Strombereich. 2023 war auch das wärmste Jahr seit das es Temperatur-Aufzeichnungen gibt. Auch das war ein Rekord im negativen Sinne. Große Baustellen gibt es aber bei der Energiewende im Bereich der Mobilität und der Wärme. Hier muss wohl erst das Bundesverfassungsgericht mit einem Urteil nachhelfen.

Der Erfolg der erneuerbaren Energien im Jahr 2023 ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Durch die neue Bundesregierung wurden an mehreren Stellen die Rahmenbedingungen erheblich verbessert. Hinzu kam die Energiekrise 2022 mit den hohen Energiepreisen, mit dem Wunsch vieler Hausbesitzer, ein Stück weit mit einer Photovoltaikanlage und Speicher unabhängiger zu sein. Die Börsenstrompreise haben sich 2023 aber wieder normalisiert. Lag der Börsenstrompreis (day ahead) 2022 noch bei über 20 Cent je kWh, so hat es sich 2023 auf unter der unter 10 Cent je kWh ermäßigt.

Trotz des Erfolgs 2023 gibt es noch viel zu tun. In unserem Landkreis wird der Strombedarf durch die Umstellung der Wärmeerzeugung weg von Öl und Gas auf elektrische Wärmepumpen und Biomasse sowie die Elektrifizierung des Verkehrs um das 2,5-fache zunehmen. Außerdem muss das Land die Städte mit Energie versorgen.  Bayern möchte bis 2040 klimaneutral werden. Das bedeutet bis dahin, das aus für Öl (Heizöl, Benzin, Diesel) und fossiles Gas.

Viel gibt es bei der Windenergie zu tun. In unserem Landkreis gäbe es Platz um 20 bis 25 Windenergieanlagen wirtschaftlich zu betreiben. Derzeit gibt es drei Anlagen in Wiesenfelden mit einer Gesamtleistung von 11,1 MW. Moderne Windenergieanlagen, die heute gebaut werden, haben eine Nennleistung von 6 MW, eine Nabenhöhe und einen Flügeldurchmesser von jeweils über 160 Meter. Windstrom wird gerade im Winter benötigt und ergänzt den Solarstrom.  Bei den Biogasanlagen im Landkreis wird sich nicht viel tun, sie werden wohl weniger.

3 Kommentare zu „2023 Zubau PV-Anlagen im Landkreis

  1. Danke für die immer sehr informativen Zusammenfassungen. Wo erfahre ich diese Daten für meinen Landkreis bzw. Wohnort bitte?

    Schöne Neujahrsgrüße
    Neurohr

    1. Ebenfalls alles Gute zum neuen Jahr Dr. Neurohr. Die Daten für Ihren Landkreis bzw. Gemeinde können Sie im Marktstammregister einsehen.
      Sie können dann nach Landkreisen, Gemeinden, Solar oder Wind, also ziemlich nach allem filtern.
      Die Internetadressen: https://www.marktstammdadenregister.de/MaSTR
      hier dann öffentliche Daten ansehen auswählen.
      schönen Gruß
      Josef Gold

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