Stromproduktion Juli 2026

Grafik: Stromerzeugung nach Energieträgern (Säulendiagramm)

70,0 % betrug im Juli 2026 der Anteil der Erneuerbaren am Nettostromverbrauch, der zweitbeste Monat nach dem Juni 2025 mit 71 %.. Die PV-Anlagen übertrafen dabei  den bisherigen Rekord Monat vom Juni 2026. Mit 12,04 TWh Solarstrom, das ist ein Anteil von 31 % am Nettostromverbrauch, wurde ein neuer Rekord erzielt. Auch bei einem Anteil von 70 % gab es keinen Blackout wie Gegner von Solar- und Windenergie immer wieder vorhersagen.

Zu der Stromerzeugung im Juli. Viel Solarstrom und endlich viel Windstrom – so lässt sich die Stromerzeugung im Juli 2026 zusammenfassen. Der Jahresdurchschnitt kletterte nun auf 60 %. Dieses gute Ergebnis war jedoch ausschließlich auf die hohe Solar- und auch Windstromproduktion zurückzuführen. Auch die Windanlagen erzeugten mit 10,02 TWh einen Juli Rekord mit 26,5 % des Nettostromverbrauchs. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht dies einer Steigerung von 27 %. Die Solaranlagen produzierten 33 % mehr als im vergleichsweisen schwachen Vorjahresmonat. Erwartungsgemäß verringerte sich die Stromerzeugung aus Wasserkraft wegen der Trockenheit um 36 %. Die Stromerzeugung aus Biomasse ging leicht zurück. Mit dem neuen Heizungsgesetz auf Biomasse zu setzen ist für mich verrückt.

Strom aus Kohle- und Gaskraftwerke wurde weniger gebraucht. Kohlestrom verringerte sich um 13 % und Strom aus Erdgaskraftwerken ging um 11 % zurück. Wegen des hohen Preis für Erdgas wie auch für Kohle wurde hier verstärkt auf diese Kraftwerke verzichtet. Import und Export vom Strom was ausgeglichen.  

Der Stromverbrauch erhöhte sich im Juli 2026 um 2 %. Ein wesentlicher Grund dürfte der erhöhte Einsatz von Klimaanlagen zur Kühlung von Gebäuden und Rechenzentren sein. Nicht berücksichtigt ist hier der solare Eigenverbrauch. Mittlerweile werden rund 4 % des erzeugten Photovoltaikstroms unmittelbar selbst genutzt.

Trotz des hohen Anteils erneuerbarer Energien betrug der durchschnittliche Börsenstrompreis 10,55 Cent je kWh. Aufgrund des Merit-Order-Effekts bestimmen überwiegend Kohle- und Gaskraftwerke den Börsenstrompreis. Hinzu kommt, dass Atomkraftwerke in Frankreich, der Schweiz, Rumänien und Ungarn wegen fehlenden Kühlwassers ihre Leistung drosseln mussten. In Rumänien wurde ein Reaktor bereits abgeschaltet, in Ungarn läuft das Kernkraftwerk Paks mit weniger als der halben Leistung und bereitet sich auf eine vollständige Abschaltung zum 1. August vor. Die Abschaltung wird mehrere Wochen dauern. Beide Länder erhöhen deshalb ihre Stromimporte und haben Maßnahmen zum Stromsparen eingeleitet. Die ungewöhnlich geringe Verfügbarkeit von Atomstrom trägt ebenfalls zu höheren Börsenstrompreisen bei. Auch das Niedrigwasser am Rhein macht die Kohletransporte zu den Kraftwerken teurer.

Es gibt also eine „Dunkelflaute“ der Atomkraft

Veröffentlicht von gswjogo

Fachgebiet: Erneuerbare Energien, Energiewende

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