
Grafik: Börsenstrompreis Europa 1.05. bis 2.05. 11.24 Uhr. 36 Stunden.
Sowas hat es noch nicht gegeben. In den ersten 36 Stunden im Mai lag der Börsenstrompreis in Frankreich bei minus 0,8 Cent je kWh. Der 1. Mai wie auch der 2. Mai waren in ganz Europa wind- und sonnenreich. Deshalb gab es in sehr vielen EU-Staaten negative Strompreise, teils bis minus 50 Cent je kWh. Am ausgeprägtesten war dies in Frankreich. Frankreich konnte seine AKWs nicht weitgenug runterregeln. Deshalb gab es in Frankreich einen deutlichen Stromüberschuss. Da Frankreichs Nachbarländer ebenfalls genug Strom hatten, fiel der Strompreis ins Minus.
Das im Dezember 2024 neu in Betrieb gegangene AKW „Flamanville“ hat laut französischen Rechnungshof Stromproduktionskosten von 13 Cent/kWh, zahlte also ordenlich drauf. Auch neue AKW haben Kosten von über 15 Cent je kWh und können deshalb nur mit Hilfe massiver staatlicher Subventionen gebaut werden. Ob die Staaten dieses Geld aufbringen können, wird sich rausstellen.
Eine Ausnahme ist Spanien. Hier gibt es kaum negative Strompreise, weil hier bereits alle Haushalte intelligente Stromzähler haben und sehr viele Verbraucher dynamische Stromtarife nutzen. Wir brauchen in allen Staaten ein flexibles Stromnetzsystem.